Mittwoch, April 29, 2009

Link2Life





Ich habe gerade alte Bilder von Link2Life angesehen und um Rückblick wird mir bewusst, was für ein riesiges Unternehmen diese Jugendevangelisation gewesen ist. Gott war mit uns und hat uns gesegnet. Wie viele Worte wurden gesprochen und wie viele Gebete gebetet, wie viel Menschen wurden erreicht? Unglaublich.

Neulich sagte mir jemand, dass er zu dem Adventistischen Jugendkongress in München nicht hinkommen will, weil er Angst hätte, es könnte so werden wie Link2Life. Angst.Gefahr.Sorge. Wer hat uns diesen Virus bloß auf die Festplatte geschleust? Jesus war es mit sicherheit nicht. Wenn jemand Angst bekommt, es könnte so werden wie Link2Life, dann stellt sich bei mir nach einer Phase der Traurigkeit, ein wenig Entsetzen und dann am Ende Fassungslosigkeit ein. Ein Anflug von Wut ist dann manchmal auch dabei, insbesondere dann, wenn ich an die vielen Gesichter hinter der Kamera denke, die nur von einer Sache getrieben, so vieles geleistet haben. Getrieben von der Liebe zu Jesus.

Und dann kommen manchmal Grauhaarige, manchmal Verpickelte und ziehen ihre Richterrobe an, vereint in ihrem heiligen Zorn, um das vernichtende Urteil zu sprechen: Gottlos! Eine andere Alternative gibt es nämlich nicht. Entweder Gott hat es gesegnet oder er hat es nicht gesegnet. Entweder er war der Schirmherr oder er war es nicht. Und jetzt will ich den sehen, der mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass er es nicht war.
Wer ist es, der den verleumderischen und urteilenden Geist in uns pflanzt, so dass wir uns dazu hinreißen lassen, einem anderen das wertvollste Abzusprechen, was er hat: seine Liebe zu Jesus? Wer ist es, der uns so kalt und gefühllos reden lässt? Wer ist es, der uns blind macht, für den Bruder an unserer Seite? Jesus ist es ganz sicher nicht.
Ist es ein Liedtext, ist es ein Instrument, ist es ein anderer Mensch, ist es ein Wort, dass es Wert wäre, dass ich mich dermaßen schuldig mache? Ich frage mich, ob je die Zeit kommen wird, wo wir verstehen werden, dass unsere persönlichen Frömmigkeitsverständnisse NICHT der Maßstab sein können, für das, was Gott gefällt und was ihm vor allem nicht gefällt? Wird jemals die Zeit kommen, in der wir die kleingeistige Arroganz ablegen werden und aufhören werden, uns als Anwälte Gottes aufzublasen - und stattdessen in Demut dem anderen begegnen werden? Wann werden wir aufhören, Menschen zu glauben, die bis jetzt nur Zwietracht in unsere Herzen gesäht haben? Wann?

Und so kämpfe ich machmal den einsamen Kampf um Einheit - auch dann wenn mir Brüder sagen, dass Einheit nicht gut ist. Und dann bete ich um Harmonie - auch wenn mir Brüder sagen, dass wir schon lange nicht mehr Brüder sind. Und dann frage ich Gott, wann er dem ein Ende setzen wird - und alles was ich als Antwort bekommen ist ein neuer Morgen nach jeder Nacht - und dieser spricht laut und lässt mich eins wissen: Es wird nicht immer so sein.

Was will ich mehr?

Ich will mehr, immer dann wenn ich an die Gesichter hinter der Kamera denken, die das Kabel getragen haben, das MakeUp vorbereitet haben, das Essen gekocht haben, den Ton gesteuert haben, die Kamera gehalten haben - und die sich jetzt entschuldigen müssen, dass sie es gewagt haben, der Welt von Jesus zu erzählen?

Und sie müssen sich nicht vor den Obrigkeiten dieser Welt rechtfertigen - nein, sie müssen sich vor Menschen rechtfertigen, die es in ihrer Blindheit gewagt haben, sich an die Stelle Gottes zu setzen - mit dem festen Glauben an die Unmöglichkeit, dass ihr HauptUrteilsInstrument - ihr Gewissen - in irgend einer Weise krank oder fehlgeleitet sein könnte.

Es wird die Zeit kommen und dann wird uns Jesus fragen ob wir je davon gelesen haben, dass die Liebe unter uns, das entscheidende Merkmal war, dass und als seine Jünger identifizierte? Er wird uns fragen, ob wir überhaupt gemerkt haben,welch einen liebevollen und grandiosen Charakter er hatte? Er wird uns fragen, was wir an dem Wort Vergebung nicht verstanden haben. Er wird uns fragen, ob sein Tod am Kreuz nicht ausgereicht hat, die Angst aus unseren Herzen zu vertreiben?

Was soll ich ihm da nur antworten?

Panik


Panik nervt. Insbesondere dann, wenn sie nicht angebracht ist und anscheinend nur dazu dient, um die Auflage von Zeitung in die Höhe schießen zu lassen. Die Schweinegrippe ist auf dem Vormarsch und die ersten denken darüber nach, sich einen Mundschutz zu kaufen. Der Mundschutz dient dazu, den anderen nicht anzustecken und nicht dazu, um sich vor Ansteckung zu schützen. Pro Jahr sterben ca. 15000 Menschen an den Folgen der ganz normalen Grippe – keinen schert es auch nur eine Sekunde lang. Aber wenn die Schweinegrippe aus Mexiko kommt, dann ticken alle aus. Angst, Panik, Düsterheit, Probleme. Unser täglich Brot und doch so weit weg von dem, was Jesus für uns in dieser Welt vorgesehen hat. Wir suhlen uns im Sensationalismus und schrecklichen Szenarien, dabei ist Jesus so klar, so glasklar, als er sich von dieser Welt verabschiedet:
„Und auch ihr habt nun Traurigkeit, aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen…In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16)

Die Finanzkrise wird gehen, die Schweinegrippe wird gehen, die Talfahrt von Bayern München wird enden und deine Krise wird enden – die Zusagen von Jesus werden bleiben.

Sonntag, April 12, 2009

Djordje Balasevic Poetry














Sie werden dir vielleicht einmal erzählen
Wie ich sonst was war
Mein Küken, mein kleines Entlein
Grübeln werden die Badavanen
wenn ich nicht da bin, um mich zu wehren
wär ich nah, lassen würden sie es

Sonstwas werden sie dir einmal erzählen
Den Besseren verzeiht man schwerer

Mein Küken, mein kleines Entlein
Und all die Mäuse in den Flaschen
werden sich als Zeugen sehen
einer abenteuerlichen Suche nach dem Gral


Aber du ahns woher die Falten sind

Die Splitter im Auge

Stürmisch ist es dort oben
wo nicht viele von uns angekommen sind
Ich weiß, dass du von dem Kerzenmeer träumst
Und von Schritten auf diesem Dock
In meinem Auge warst du schon dort


Erzählen werden sie dir, sonstige
Bosheit funkelt wie ein Rubin
wie der Schall meines Lachens klang
und sie werden auf Annahmen schwören
pickend wie Krähen
meine schlecht nacherzählten Worte


Vom Kreuz habe ich die Menschen gezählt
Regeln und Ausnahmen
Überall eine verfehlte Art
Nur die Seltenen finden die Seltenen
Ich weiß, dass du von der Auferstehung träumst
Eine scheue Siluette
Du warst schon dort in meinem Hauch


Von Wasserreisen werden sie dir erzählen
die das Segel nicht gehisst
Was bin ich für sie, bis auf eine verfluchte Sajka
Behaupten werden sie mit sonderbarem Glanz
Dass ich vor dem Drachen bebte
aus der Ferne haben sie es gesehen


Ich weiß nicht, lieber Gott
ob ich zittern

Oder eifern soll
Die Last der Besonderheit
auch auf dich zu kreuzen
wenn schon nicht zu spät

Weil ich weiß, dass du Reime träumst
Schreie und stumme Stille
Du warst überall
In meinem Alles
Mein Küken, mein kleines Entlein
Mein kleiner Löwe

Freitag, April 10, 2009

Früher alles besser?


Wikipedia sagt: Nostalgie: heute versteht man unter Nostalgie eine wehmütige Hinwendung zu vergangenen Zeiten, die in der Erinnerung oftmals stark idealisiert und verklärt reflektiert werden. Dabei kann es sich sowohl um frühere Epochen als auch um ganz individuelle Lebensabschnitte handeln. Nostalgie äußert sich in einem Hinterhertrauern der guten alten Zeit, in der angeblich alles viel schöner und besser war als in der Gegenwart.








Früher haben nur Mädchen Ohrringe getragen.

Früher gab es nicht in jeder Soap ein schwules Pärchen.
Früher kostet Diesel 30 Pfennig.
Früher kostete die Monatskarte 30 Mark.
Früher aß man Flutschfinger, nachdem man 4 Stunden Fussball im Park gespielt hatt.
Früher durfte man auf der Wiese vor dem Reichstag grillen.

Früher tanzte man Blues (kaum Bewegung eng umschlungen)
Früher hatte Hip Hop eine Botschaft.
Früher spielte man draußen.
Früher waren Kinder weniger fett.
Früher gabs Schläge von den Eltern.
Früher war der Papst noch der Papst und 1844 noch 1844.
Früher hatte man weniger Angst, obwohl Raketen auf uns zielten.
Früher spielten Stoichkov und Romario.
Früher gabs Nachmittagsgottesdienste.
Früher trank man Fassbrause.
Früher gab es Straßengangs.
Früher brauchte man ein Visum.
Früher war telefonieren teuer.
Früher liebte man dramatischer.
Früher riskierte man mehr.
Früher parkte man falsch.
Früher badete man in Flüssen.

Donnerstag, April 09, 2009

Zweifel


Als Johannes der Täufer Jesus tauft, wird er Zeuge eines ganz besonderen Momentes. Er hört die Stimme Gottes! Er SIEHT den Heiligen Geist. Er hat den Messias, den Erlöser getauft. Jeder, der schon mal jemanden getauft hat, weiß, welch erhabenes und fundamentales Gefühl das sein kann. Johannes tauft den Sohn Gottes.


Johannes ist jetzt im Gefängnis und er schickt Boten mit einer einzigen Frage zu Jesus: „Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Johannes? Was ist los, Meister? Zweifel? Was hat er erwartet? Angenommen Jesus wäre nicht der Messias, würde er ihm eine Antwort schicken und ihm sagen: „Ich bins nicht, warte auf einen anderen?“


Der rauhe, Kamelhaarmantel tragenede, Heuschreckenessende und TUT BUSSE schreiende Johannes ist Vergangenheit. Der „Bist du es wirklich, Jesus?“ – Johannes ist jetzt verunsichert. Es ist halt so. Unser Leben führt uns an Stellen, in denen wir uns fragen, ob das alles wirklich wahr ist? Was wenn alles am Ende nur ein großer Traum war? Was, wenn es keinen Himmel gibt? Was, wenn Jesus nicht Jesus ist und was wenn wir umsonst warten?


Johannes der Täufer, der Cousin, Vetter – auf jeden Fall Verwandte von Jesus selbst, von dem Jesus sogar sagt, dass es keinen größeren als ihn je gegeben hat (größer als David, Jesaja, Abraham usw.) – gerade er stellt die Frage aller Fragen: „Bist du es wirklich?“

Johannes wird sterben. Er will sich sicher sein. Er will keinem Geist nachfolgen und schon garnicht einer Idee, die andere erfunden haben. Er will sicher sein.


Und Jesus antwortet. Er richtet ihm aus, dass Blinde sehen, dass Lahme gehen und das Kranke gesund werden. Und er zitiert einen alten Propheten, der das schon ein halbes Jahrtausend vorher gesehen und aufgeschrieben hat. Jesus zitiert und Jesus erfüllt die Prophezeiungen, die schon so lange auf ihn hingewiesen haben. Es muss stimmen.


Jesus zitiert ziemlich oft – als würde die Frage „Bist du es wirklich?“ auch in seinem Kopf auftauchen. Als müsste die Unruhe dieser Frage immer wieder mit einem Blick in die Schrift gelegt werden. Wurde Jesus in allem versucht? Sicherlich. Er hatte Angst. Er freute sich. Er weinte. Er schrie. Er argumentierte. Er lief über das Wasser. Er predigte. Er heilte Menschen. Er umarmte sie. Er wußte nicht, ober sienen Vater je wieder sehen wird. Er schlief und er frühstückte. Fisch und Brot am Feuer.


Hatte er Zweifel? Ich weiß es nicht – aber mit der Bürde zu leben, Sohn Gottes zu sein, der die Welt geschaffen hat und der die Sünde der Menschheit auf sich nehmen soll – wenn da mal keine Zweifel aufkommen.


Jesus antwortet Johannes, vielleicht auch sich selbst, ganz sicher aber auch uns. Ich bin der, auf den du gewartet hast. Nach mir wird niemand mehr kommen. Ich bin es – wirklich.


Mittwoch, April 08, 2009

Subjektive Liebe



Das überwältigende an Liebe ist das Subjektive. Das Subjektive setzt sich über Grenzen hinweg. Die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit, die Grenzen der finanziellen Mittel, die Grenzen der allmächtigen Bedürfnisse, jemandem zu gefallen oder etwas zu sein.

Auch wenn alle objektiven Massstäbe bezeugen, dass deine Liebe nicht größer ist, als die Liebe vieler anderer zu vielen anderen – doch ist es deine subjektive Liebe, die die größte von allen ist.


Keiner liebt so wie du. Keiner ist so toll, wie diejenigen, die du liebst. Keiner kann das, was die können, die du liebst – subjektiv. Du hast sie erfunden, die Liebe – alle anderen versuchen es, aber keiner fühlt so wie du.


Und dann ist sie da. Die grenzenlose Intensität. Stärke, Güte, Sehnsucht und Zärtlichkeit. Der Stoff aus dem Dramen und Märchen gemacht sind, alles scheint in deinem Herzen vorhanden zu sein – weil nur du so lieben kannst – subjektiv. Wenn alle blind sind, dann bist du es, der sieht. Wenn alle taub sind, bist du es, der hört. Und dann hörst du das, was du hören willst – ganz subjektiv.


Liebe ist wie das Wasser, dass in deinen Händen zerrint und zurück möchte – in das große Meer. Keine Grenze kann es fassen, das Meer. Es ist das Meer, dass UNS die Grenzen setzt und uns erlaubt zu leben. Es ist die Liebe, die es uns erlaubt zu leben. Ohne Liebe wäre wir alle tot. Und nur du erlebst sie in dieser speziellen Art. Nur bei dir schmeckt sie so. Subjektiv.


Jesus liebt uns subjektiv.

Silence

Vor 2600 Jahren sagte der chinesische Philosoph Lau Tse einen weisen Satz: "Die größte Offenbarung ist die Stille"
Die Stille, ein Luxusprodukt in unserer Gesellschaft, und doch ein ganz besonderer Weg zu Gott. Habakuk sagte: "Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt!" Hab.2,20
In einer Zeit, in der der Kopfhörer ein integrierters Körperteil geworden ist - eine komplizierte Vorstellung und doch gleichzeitig etwas Equisites. Stille irritiert manchmal. Stille beängstigt manchmal (im Keller z.B.). Stille ermöglicht es, seinen Geist zu erheben.
In der Offenbarung 8,1 beschreibt wie Jesus das Siebente Siegel auftut, wobei "...eine Stille im Himmel etwas eine halbe Stunde lang war..." In einem Himmel, der sich freut, der lebt, der arbeitet, der Welten beherberg und uns beisteht - absolute Stille. Manche sagen, dass die Stille deshalb da sein wird, weil alle auf dem Weg sein werden, uns zu empfangen (Matthäaus 25,31). Und dann wird etwas Neues, etwas Gutes beginnen.

Montag, November 26, 2007

Shortstory

Es war wieder Sabbat. Er erinnerte sich nicht, wann er gestern Nacht nach Hause kam, aber es muss spät gewesen sein, oder früh, am nächsten Tag, jedenfalls zeigte sich das Licht der Sonne irgendwo weit weg und kündigte den neuen Tag an. Es war wieder eine dieser Nächte, wie er sie schon zu viele Male erlebt hatte. Aus irgendeinem Grund erinnerte er sich an die vielen lauten Vögel, die ihm vor einigen Stunden ein Willkommenskonzert in den Baumkronen vor seinem Haus veranstaltet hatten.

Jetzt lag er regungslos im Bett und hörte in der Wohnung die ihm wohl bekannten Geräusche eines Samstag Morgens. Seit dem er sich erinnern konnte, hatte es seine Familie an diesem besonderen Morgen immer eilig, da man nicht zu spät in der Kirche ankommen wollte. Und trotzdem schaffte man es nur in den seltensten Fällen, pünktlich zu sein.

Er hörte die Teller in der Küche, das hastige Hin und Her von Zimmer zu Zimmer. Er hörte die schnelle Trippelschritte seines kleines Bruders, wie er in sein Zimmer rannte, um noch etwas zu holen. Eine CD seines Vater lief im Hintergrund, ein christlicher Mix, den er seinem Vater mal brennen musste. Er hoffte, dass er es nicht vergessen würde, die Musik auszumachen bevor sie das Haus verließen, sonst würde er aufstehen müssen, um es selbst zu tun.

Und dann kam die Stille. Ganz plötzlich. Er wusste, dass er allein war.

Seine Eltern hatten vor 2 Jahren aufgehört ihn zu bitten, mitzukommen. Es wäre eine Phase, so tröstete sich seine Mutter nun sein Jahren vergeblich, jedoch wusste er es besser – die „Phase“ würde bis an sein Lebensende gehen.

Die Kirche aus der er kam, in der er aufwuchs war eine große Kirche. Er wusste nicht genau wie viele Menschen dort jeden Sabbat zum Gottesdienst kamen, aber wenn er es mit den Veranstaltungen in der Aula seiner Schule verglich, dann waren das ähnliche Größenordungen. In einem Infoblatt seiner Schule las er einmal, dass sie über 250 Schüler zählte. Er erinnerte sich gerne an den großen Parkplatz vor der Kirche und die vielen Basketballturniere, die sein großer Bruder damals organisierte. Er saß als kleiner Junge bei den Auswechselbänken und reichte den Großen die Wasserflaschen. Sein Gedanken flogen über das Gemeindezentrum der Kirche und innerlich schaute er sich jeden Raum an und unwillkürlich stiegen in ihm Farben, Gerüche, Töne und Empfindungen auf, je nach Raum in dem er sich gerade befand.

Der kleine Kinderraum mit dem ulkigen Jesusbild an der Wand war dunkelbeige und sehr warm – viele tolle Geschichten hatte er da gehört. Einmal später, bei einem Weihnachtskonzert, er ging da schon recht unregelmäßig in die Kirche, zog er sich mit Franziska in diesen Raum zurück. Sie wollte unbedingt mit ihm reden.

Während er auf einem der kleinen Kinderstühle saß, lachte er über das Bild an der Wand. Der Maler verpasste Jesus Schuhe, die nach Ballerinas aussahen und der Löwe oder Tiger, er wusste es nicht mehr genau, war doppelt so groß, wie die Menschen, wobei ihm die eine Pfote viel größer vorkam, als die andere. Grundsätzlich waren die Proportionen bei diesem Bild seltsam und er bemerkte, dass ihn all das als Kind nie ins Auge gefallen war, geschweige denn, dass es ihn gestört hätte.

Er riss sich aus seiner imaginären Reise. Grundsätzlich vermied er es, sich lange Gedanken über seine persönliche Geschichte mit der Kirche zu machen. Anfangs glaubte er noch gute Gründe zu haben, warum er mit der Kirche und mit den Leuten dort am liebsten nichts zu tun haben wollte, aber jetzt?

Nicht nur, dass die Predigten das Highlight der langweiligsten Momente seiner Woche waren, er hasste die Lästerei und die Muffigkeit der Älteren um ihn herum. Einmal war er gezwungen ein Vier-Augen-Gespräch mit seinem Pastor zu führen, weil die Mutter eines Mädchens, mit der er manchmal zusammen war, fand, er wäre kein guter Umgang für sie. Er kam sich vor, wie das Letzte, wobei sie fast als Heilige dargestellt wurde. Dabei war sie gar nicht so unschuldig. Das wusste sie, das wusste er, und das wussten noch mindesten zwei anderen Typen, die er kannte. Aber ihre Mutter wusste es nicht und der Pastor auch nicht. Grundsätzlich wussten die älteren Leute aus der Kirche rein gar nichts über ihn. Sie wussten nicht wie er lebte, was er dachte und am wenigsten wie er fühlte und er war nicht bereit, es ihnen zu sagen.

to be continued...

Freitag, Oktober 19, 2007

Der Mensch und der Affe


Wenn der Massai im Busch an eine Wasserquelle kommen will – dann muss er lediglich einen Affen fangen – denn die Affen wissen immer, wo es Wasserquellen gibt. Sie halte sie geheim, nicht einmal die anderen Tiere wissen, wo sich diese Quellen befinden.

Der Massai fesselt den Affen an eine Schnur, gibt ihm Salz zu essen und wartet bis der Affe fast verdurstet, dann lässt er ihn los. Er kann sich dann sicher sein, dass der Affe so durstig ist, dass er keinen Umwege macht – sondern direkt zum Wasser rennt.

Einen Affen zu fangen ist aber eine relativ schwere Aufgabe, jedoch nicht für den Buschmann. Der Buschmann präpariert ein Gefäß mit einer relativ schmalen Öffnung, klemmt es irgendwo fest, füllt es mit Körnern und geht in Lauerstellung.

Wenn nach kürzester Zeit ein Affe kommt, steckt er seine Hand rein, greift zu und merkt, dass er mit der vollen Hand nicht mehr aus der schmalen Öffnung kommen kann. Der Buschmann kommt auf den Affen zu, der sich aber lieber den Arm herausreißt, als seine Körner loszulassen – seine Gier ist einfach zu groß und so wird er zum Gefanegenen,d er bald seine Wasserquelle Preis geben wird.

Wenn er nur verstehen könnte, dass wenn er loslassen würde – dass er dann frei wäre.

Oftmals verhalten wir uns wie dieser Affe im Busch. Wir haben oftmals solche Ängste, Dinge loszulassen, die uns im Leben so wichtig erscheinen – dass wir gar nicht merken, wie wir gefangen genommen werden – bzw. was wir dafür opfern.

Ich halte an meinem super Job so fest und merke gar nicht, wie ich den Kontakt zu meiner Gemeinde, meiner Familie und meinen Freunden aufs Spiel setze .
Ich halte an einem tollen Menschen fest und merke gar nicht, dass er mir wichtiger ist als Gott, Familie und alle Prinzipien, die ich bis dahin hatte.
Ich halte an meiner Sünde fest, verstecke sie, rechtfertige sie, liebe sie und merke gar nicht, wie unmöglich es Gott mache, zu mir durchzudringen.

"Der Unterschied zwischen Freiheit und Freiheiten ist so groß wie zwischen Gott und Göttern."

Was ich in diesen Fällen als höchstes Maß an Freiheit anfühlt ist im Grunde genommen das genaue Gegenteil.

Jesus spricht an einer besonderen Stelle von Freiheit. Wenn es etwas gibt, dass die Lebensqualität einen Menschen ausmacht, dann ist es das Maß an Freiheit, dass er genießt.
Jesus spricht zu Menschen (Johannes 8) , die ihr Leben komplett umkrempeln müssen – weil sie verstanden haben, dass sich ihr jüdischer Lebensentwurf im Nichts aufgelöst hat – sie haben den Messias erkannt und dann sagt er:

„Wenn ihr in meinem Wort bleibt, dann seid ihr wahrhaftig meine Jünger und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen!“

Jesus will, dass du Freiheit erlebst. Er will nicht, dass du gefangen genommen wirst, weder von Sünde, noch von irre führenden Vorstellungen – er sagt uns – bleib in meinem Wort und du wirst Freiheit erleben.

"Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muss, was er nicht will."
Jean Jacques Rousseau

Mittwoch, Oktober 17, 2007

Gastfreundschaft



Die Füße im Feuer
Conrad Ferdinand Meyer
(1825-1898)


Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm. Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Roß, Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest. Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann ...
- "Ich bin ein Knecht des Königs, als Kurier geschickt Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!" - Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmert's mich? Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für dein Tier!" Der Reiter tritt in einen dunklen Ahnensaal, Von eines weiten Herdes Feuer schwach erhellt, Und je nach seines Flackerns launenhaftem Licht Droht hier ein Hugenott im Harnisch, dort ein Weib, Ein stolzes Edelweib aus braunem Ahnenbild ... Der Reiter wirft sich in den Sessel vor dem Herd Und starrt in den lebend'gen Brand. Er brütet, gafft ... Leis sträubt sich ihm das Haar. Er kennt den Herd, den Saal ... Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut.
Den Abendtisch bestellt die greise Schaffnerin Mit Linnen blendend weiß. Das Edelmägdlein hilft. Ein Knabe trug den Krug mit Wein. Der Kinder Blick Hangt schreckensstarr am Gast und hangt am Herd entsetzt ... Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut. - "Verdammt! Dasselbe Wappen! Dieser selbe Saal! Drei Jahre sind's ... Auf einer Hugenottenjagd ... Ein fein, halsstarrig Weib ... 'Wo steckt der Junker? Sprich!' Sie schweigt. 'Bekenn!' Sie schweigt. 'Gib ihn heraus!' Sie schweigt.
Ich werde wild. D e r Stolz! Ich zerre das Geschöpf ... Die nackten Füße pack ich ihr und strecke sie Tief mitten in die Glut ... 'Gib ihn heraus!' ... Sie schweigt ... Sie windet sich ... Sahst du das Wappen nicht am Tor? Wer hieß dich hier zu Gaste gehen, dummer Narr? Hat er nur einen Tropfen Bluts, erwürgt er dich." - Eintritt der Edelmann. "Du träumst! Zu Tische, Gast ..."
Da sitzen sie. Die drei in ihrer schwarzen Tracht Und er. Doch keins der Kinder spricht das Tischgebet. Ihn starren sie mit aufgerißnen Augen an - Den Becher füllt und übergießt er, stürzt den Trunk, Springt auf: "Herr, gebet jetzt mir meine Lagerstatt! Müd bin ich wie ein Hund!" Ein Diener leuchtet ihm, Doch auf der Schwelle wirft er einen Blick zurück Und sieht den Knaben flüstern in des Vaters Ohr ... Dem Diener folgt er taumelnd in das Turmgemach. Fest riegelt er die Tür. Er prüft Pistol und Schwert. Gell pfeift der Sturm. Die Diele bebt. Die Decke stöhnt. Die Treppe kracht ... Dröhnt hier ein Tritt? Schleicht dort ein Schritt? ...
Ihn täuscht das Ohr. Vorüberwandelt Mitternacht. Auf seinen Lidern lastet Blei, und schlummernd sinkt Er auf das Lager. Draußen plätschert Regenflut. Er träumt. "Gesteh!" Sie schweigt. "Gib ihn heraus!" Sie schweigt.
Er zerrt das Weib. Zwei Füße zucken in der Glut. Aufsprüht und zischt ein Feuermeer, das ihn verschlingt ... - "Erwach! Du solltest längst von hinnen sein! Es tagt!" Durch die Tapetentür in das Gemach gelangt, Vor seinem Lager steht des Schlosses Herr - ergraut, Dem gestern dunkelbraun sich noch gekraust das Haar.
Sie reiten durch den Wald. Kein Lüftchen regt sich heut. Zersplittert liegen Ästetrümmer quer im Pfad. Die frühsten Vöglein zwitschern, halb im Traume noch. Friedsel'ge Wolken schimmern durch die klare Luft, Als kehrten Engel heim von einer nächt'gen Wacht. Die dunklen Schollen atmen kräft'gen Erdgeruch. Die Ebne öffnet sich. Im Felde geht ein Pflug. Der Reiter lauert aus den Augenwinkeln: "Herr, Ihr seid ein kluger Mann und voll Besonnenheit Und wißt, daß ich dem größten König eigen bin. Lebt wohl! Auf Nimmerwiedersehn!" Der andre spricht: "Du sagst's! Dem größten König eigen! Heute ward Sein Dienst mir schwer ... Gemordet hast Du teuflisch mir Mein Weib! Und lebst ... Mein ist die Rache, redet Gott."

Freund




"What is a friend? Friends are people with whom you dare to be yourself. Your soul can be naked with them. They ask you to put on nothing, only to be what you are. They do not want you to be better or worse. When you are with them, you feel as a prisoner feels who has been declared innocent. You do not have to be on your guard. You can say what you think, as long as it is genuinely you. Friends understand those contradictions in your nature that lead others to misjudge you. With them you breathe freely. You can avow your little vanities and envies and hates and vicious sparks, your meannesses and absurdities, and in opening them up to friends, they are lost, dissolved on the white ocean of their loyalty. They understand. You do not have to be careful. You can abuse them, neglect them, tolerate them. Best of all, you can keep still with them. It makes no matter. They like you. They are like fire that purges to the bone. They understand. You can weep with them, sing with them, laugh with them, pray with them. Through it all--and underneath--they see, know, and love you. A friend? What is a friend? Just one, I repeat, with whom you dare to be yourself."

Wenn das eine Art von Definition ist, dann werden wir merken, dass es (wenn überhaupt) nur ganz wenige Personen in unserer persönlichen Welt gibt, von denen wir sagen können, dass wir in ihrer Gegenwart so sein können, wie wir sind.

Und man braucht kein Wissenschaftler zu sein, um zu sehen, dass wir Menschen brauchen, wenn wir uns gesund entwickeln wollen. Es ist offensichtlich, dass Einsamkeit den Menschen zerstört und dass das Leben eine andere Qualität hat, wenn man Freundschaften hat, auf die man sich verlassen kann.

Und doch ist es für mich die Einsamkeit (die Unfähigkeit, Freundschaften zu erhalten) eins der größten Probleme, denen wir auf dieser Welt begegnen. Und die Ironie dabei ist, das gerade in den sog. entwickelten und fortschrittlichen Ländern dieser Erde, dass gerade dort das Elend der Freundschaftlosigkeit am größten zu sein scheint. "
Lang lebe der Individualismus – das Merkmal einer demokratischen und aufgeklärten Gesellschaft schlechthin – der eine Spur von einsamen, zur Freundschaft unfähigen Menschen hinterläßt."
Aber warum fällt es uns so schwer, Freundschaften auf Dauer wirklich aufrecht zu erhalten?
Es ist schwer, weil wir von Grund auf egozentrische Menschen sind – deren erster Gedanke sich selbst gilt. Die Frage, die wir uns zuerst stellen ist:"Was habe ich davon, wer kümmert sich um mich?" Es ist schwer, weil wir das Prinzip nicht verinnerlicht haben, dass das "Geben" wirklich seliger ist als das "Nehmen".
Die Zeit der heldenhaften Aufopferung für seinen Freund, sei es im Krieg oder Frieden, die Zeit des letzten Hemdes gebens, die Zeit des geteilten Leides scheint vorrüber - wer kann schon was mit Sätzen wie > anfangen?

Aber irgendwann kommt der Moment im Leben, wo eine Freundschaft auf die Probe gestellt wird. Wo man jemandem so helfen muss, dass man selbst eventuell einen Schaden erleidet. Dass man seinem Freund glauben muss, zu ihm stehen muss, auch wenn sich alle anderen gegen ihn wenden. Dass man mehr gibt, als man bekommt. Was dann?

"Two men were out hunting in the northern U.S. Suddenly one yelled and the other looked up to see a grizzly charging them. The first started to frantically put on his tennis shoes and his friend anxiously asked, "What are you doing? Don't you know you can't outrun a grizzly bear?" "I don't have to outrun a grizzly. I just have to outrun you!""

Und an diesen Momenten zeigt es sich, wer ich bin – was für ein Freund ich bin.

Jesus würde sagen, du kannst die Schuhe stecken lassen, du wirst sie nicht brauchen, denn ich werde mich für dich sowieso opfern – und weißt du was, ich erwarte nichts von dir, keine Gegenleistung, kein Dank, kein Lob – ich gehe für dich, weil du mein Freund bist.
Marlene Dietrich sagte: "Die Freunde, die man um vier Uhr morgens anrufen kann, die zählen." Ich finde, sie hatte recht.

Dienstag, Oktober 16, 2007

Eternal love

Angenommen, dass vor unserer Schöpfung die Dimension der Zeit der unsrigen entsprach und wenn Gott unendlich ist, dann hat er vor 45.221 Jahren schon existiert. Unvorstellbar, oder? Wenn er unendlich ist, dann hat er schon vor 278.544 Jahren gedacht, geliebt, gelacht und geschaffen. Wenn Gott unendlich ist, dann hat er vor 342.532 Jahren schon seinen Sohn geliebt. Wenn Gott unendlich ist, dann hat er vor unendlich vielen Jahren gewusst, dass er eines Tages, einen Menschen schaffen würde, den er erlösen würde. Was hat er in der ganzen Zeit getan? Mit wem hat er geredet? Wie viele Welten hat er geschaffen, die seit dem bis heute existieren? Was weiß er alles? Was hat er schon gesehen? Hat ihn je etwas überrascht?

Aber irgendwann blieb der unendliche Gott stehen. Irgendwann in den Jahrmillionen seiner Existenz, blieb das einzig unsterbliche Wesen im Universum stehen…um dich zu erschaffen.

"Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte."

Jeremia 31:1

All I ever have to be


Es war vor 27 Jahren, 1980, als Amy Grant diesen einen Moment hatte, der als Inspiration beschrieben werden kann, und das Lied „All I ever have to be“ aufs Vinyl brachte. Ich war zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre alt und konnte noch nicht ahnen, dass 2,5 Jahrzehnte später, genau dieses Lied, für mich ein besonderes werden würde.

Viele Jahre später hörte ich dieses Lied zum ersten Mal, von der Kassette eines Amy Grant Mix´ meines großen Bruders. Jetzt, 27 Jahre danach hörte ich dieses Lied zufällig wieder, oder auch nicht zufällig, und es traf mich. Nicht nur, dass mich die Komposition berührte, es war der Text, der mich zum Nachdenken zwang.

“…Then you gently re-remind me
That youve made me from the first,
And the more I try to be the best
The more I get the worst.
And I realize the good in me,
Is only there because of who you are.
Who you are...”

Was ist der Mensch, dass du an ihn überhaupt einen Gedanken verschwendest?
Diese Frage stellt sich eine Mann in der Bibel, der das Leben kannte, genau wie er Gott kannte. Diese Frage stelle ich mir, wenn ich die Menschen anschaue, wie sie andere verletzen, wie sie sich wie Götter aufspielen, indem sie tatsächlich denken, besser zu sein. Ich stelle mir die Frage, wenn ich feststellen muss, dass der Mensch offenbar völlig versagt hat. Und wenn man sich im Spiegel anschaut und sich selbst tief in die Augen schaut, dann erklingt die Frage, obwohl man die Antwort schon kennt: „Gott, bin ich wirklich das, was ich sein sollte?“

Wenn Gott uns sieht, was sieht er? Sieht er eine Anhäufung von Fehlern und das personifizierte Versagen, oder sieht er etwas anderes? Ich glaube, dass er etwas anderes sieht.

Und dann kommt der Moment, in dem wir eine Parade der Selbstgerechtigkeit und Selbstgefälligkeit veranstalten, auf der wir der ganzen Welt zu verstehen geben, dass wir Recht schaffend, nahezu makellos sind. Wie verweisen auf unsere Verdienste, wir vergleichen uns mit anderen, schlimmeren, wir lieben uns. Und so manch einer fühlt sich so von Gottes Gnade befreit, dass menschliche und göttliche Gesetze und Regeln nur noch Zäune sind, an denen man sich aufrieb, als man noch zu den Sterblichen gehörte. Manch einer macht sein Wissen, seine Bibelkenntnis, seine Prinzipientreue und seine Loyalität geltend, in der Überzeugung, dass er dadurch gut ist vor Gott.

Aber wenn der Mensch nur verstehen würde, dass alles Gute in ihm nur deswegen da ist, weil Gott das ist, was er ist. Der Mensch ist nicht gut, er war es nie, aber Gott ist es umso mehr, daher verdient es der Mensch doch, bei Gott zu sein. Wenn der Mensch nur verstehen würde, dass es Gott ist, der in ihm das Gute hervorruft – wie viel mehr Demut würde es geben und wie viel weniger krampfhaftes Versuchen, ein guter Mensch zu sein, wohl wissend dass man es nicht ist.

“…And all I ever have to be
All I have to be
All I ever have to be
Is what youve made me…”

Keine Angst, mein Freund

Als Satan sich überlegte, wie er das Volk Gottes zerstören könnte, rief er zu einer Sitzung alle Abteilungsleiter seiner mörderischen Maschinerie ein, um sich über Konzepte und Methoden zu unterhalten, die man verwenden könnte.
Als erstes Sprach der Abteilungsleiter für Neid und Missgunstfragen und erklärte, dass wenn man nur genug Neid streuen würde, sich die Gläubigen von selbst zerstören würden. Auch wenn der Vorschlag viel versprechend klang, er wurden nicht einstimmig beschlossen, da es doch noch zu viel Selbstlosigkeit und Vertrauen unter den Menschen gab, weil sie in Jesus ein zu starkes Vorbild hatten.

Als nächstes kam der Abteilungsleiter für Leid und Krieg, jedoch merkte man schnell, dass man da gleich an die Kompetenzgrenzen kam, da man eigentlich keine Entscheidungsgewalt in Fragen Leben oder Tod hatte – es gab nur einen, der dieses endgültig entscheiden konnten – Jesus selbst. Außerdem merkte man, dass das Leid den Menschen eigentlich eher zu Gott trieb, als ihn von ihm weg zu bringen.

Der Abteilungsleiter für Fragen des mangelnden Selbstbewusstseins empfiehl, den Menschen so lange das Selbstvertrauen zu mindern, in dem man ihnen nicht zu erreichende Ideale vorsetzte, bis sie sich selbst aufgeben würden und Gott dadurch völlig ausklammern würden. Nachdem jedoch von der satanischen Bibelkommission aber darauf hingewiesen wurde, dass dadurch eigentlich ein hoher Identifikationskoeffizient mit Jesus erreicht werden würde – da Jesus selbst keinem Schönheitsideal entsprach und eigentlich alles Schwachheiten der Menschen trug – wurde dieser Vorschlag auch verworfen.

Dann trat der Abteilungsleiter für Musikfragen auf und breitete sein Konzept vor. Nach kurzer Zeit jedoch wurde er unterbrochen, da er die ganze Zeit rückwärts sprach und alles in geheime Botschaften verpackte.

Kurz bevor die Sitzung endete, meldete sich ein Abteilungsleiter zu Wort, der die ganze Zeit schwieg. Die anderen mochten ihn nie, er war ihnen unheimlich. Man wusste von ihm nicht viel, lediglich, dass er einer der besten persönlichen Freunde Satans war und deshalb eine besondere Stellung inne hatte. Wenn er redete, dann wurde es unheimlich kalt im Raum. Keiner wagte es ihm je zu widersprechen, er war so böse wie sein Meister selbst. Sein Anblick war gespenstisch und erzeugte bei den härtesten Dämonen ein Unbehagen, dass sie selbst so nicht kannten. Er redete leise und bedacht und hatte die Lösung gefunden, darin war man sich auf Anhieb einig. Sein Konzept überzeugte alle und sie wussten jetzt, dass sie eine mächtige Waffe in ihren Händen hatten. Sie machten sich unmittelbar und fleißig daran, diese auch einzusetzen. An diesem Tag schöpfte Satan Hoffnung und war in seinem Wahn drauf und dran zu glauben, dass der Krieg um den Menschen nun gewonnen wäre. Er beglückwünschte seinen besten Abteilungsleiter und lobte die ganze Abteilung für ihre gute Arbeit.

Es war die Abteilung Angst.

Freitag, August 11, 2006

Entscheidungen


In Charlotte, NC, kaufte ein Rechtsanwalt eine Kiste mit sehr seltenen und sehr teueren Zigarren und versicherte diese dann, unter anderem, gegen Feuerschaden. Über die nächsten Monate rauchte er die Zigarren vollständig auf, und forderte dann die Versicherung auf (die erste Prämienzahlung war noch nicht einmal erbracht), den Schaden zu ersetzen. In seinem Anspruchsschreiben führte der Anwalt auf, daß die Zigarren durch eine Serie kleiner Feuerschäden vernichtet worden seien. Die Versicherung weigerte sich zu bezahlen, mit der einleuchtenden Argumentation, daß er die Zigarren bestimmungsgemäß ver(b)raucht habe. Der Rechtsanwalt klagte... und gewann!
Das Gericht stimmte mit der Versicherung überein, daß der Anspruch unverschämt sei, doch ergab sich aus der Versicherungspolice, daß die Zigarren gegen jede Art von Feuer versichert seien, und Haftungsausschlüsse nicht bestünden. Folglich müsse die Versicherung bezahlen, was sie selbst vereinbart und unterschrieben habe. Statt ein langes und teures Berufungsverfahren anzustrengen, akzeptierte die Versicherung das Urteil und bezahlte 15.000 US-Dollar an den Rechtsanwalt, der seine Zigarren in den zahlreichen "Feuerschäden" verloren hatte.
Nachdem der Anwalt den Scheck der Versicherung eingelöst hatte, wurde er auf deren Antrag in 24 Fällen von Brandstiftung verhaftet. Unter Hinweis auf seine zivilrechtliche Klage und seine Angaben vor Gericht, wurde er wegen vorsätzlicher Inbrandsetzung seines versicherten Eigentums zu 24 Monaten Freiheitsstrafe (ohne Bewährung) und 24.000 US-Dollar Geldstrafe verurteilt.

Amerika!

Freitag, Juni 02, 2006

Deflation des Wortes Teil 1


Seit geraumer Zeit ist in der deutschen Gesellschaft eine Hysterie zu beobachten. Eine Preishysterie. Einerseits steigen die Preise offenbar ins Unermessliche, andererseits werden Waren von Tag zu Tag billiger. Discountunternehmen werben mit Niedrigstpreisen und „Geiz ist geil“ ist der erfolgreichste Werbeslogan seit dem Jahr 2003. Das Kaufverhalten des Konsumenten ist auf das Sparen ausgerichtet. Die wirtschaftlichen Folgen werden in einer Deflation sichtbar, einem Abstieg des Güterpreisniveaus (im Gegensatz dazu Inflation: Verfall des Geldwertes) und einer Kaufkraftsteigerung des Geldes. Ein Duschgel z.B. ist heute billiger zu bekommen, als noch vor zwei Jahren. Wegen des Überangebotes an Gütern schwindet die Nachfrage bzw. die Bereitschaft, für eine Ware Geld auszugeben. Sinkende Preise rufen Kaufzurückhaltung hervor, da man mit stetig sinkenden Preisen rechnet. Die sinkende Nachfrage führt jedoch zur zu niedrigen Auslastung der Produktionskapazitäten, was wieder sinkende Preise zur Folge hat. Diese Entwicklung beschreibt man mit dem Wort Deflationsspirale.

Insgesamt gingen im letzten Jahr 40.000 Firmen pleite, weil die Menschen nicht mehr bereit sind, Geld auszugeben. Dieser Fakt ist besonders interessant, bedenkt man, dass es auf deutschen Sparbüchern über 4 Billionen (4.000.000.000.000 €) gibt, die in fest verzinsten Wertpapieren schummern – Immobilien nicht mitgerechnet. Vier Tausend Milliarden.

Der Deutsche spart, weil er Angst hat vor der Zukunft. Die Zurückhaltung ist besonders bei den finanzstarken 46-59 Jährigen ausgeprägt, die im Durchschnitt 11,1 % des verfügbaren Netto-Einkommens auf die hohe Kante legen. Andererseits müssen 43 % aller Deutschen nach Abzug aller Fixkosten mit einem Budget von unter 100€ für den monatlichen Konsum auskommen. All diese Entwicklungen rufen beim Menschen eins hervor: Verunsicherung.

Der Bürger ist nicht mehr bereit zu geben, weil er nicht sicher sein kann, dass er wieder bekommen wird. Eine private Rente später ist wichtiger als ein schickes Auto jetzt. Somit demaskiert sich die Wirtschaftskrise als Vertrauenskrise. Es fehlt an Glauben an die Wirtschaft, an die Politik, an die Politiker sowieso.
Gewinner solcher Glaubenskrisen sind immer die, die geschickt die Illusion von Glaubwürdigkeit mitverkaufen können. Verschiedenste Umfragen belegen, dass Billiganbieter wie Lidl, Schlecker und Ryanair, einen Wert geschaffen haben, der mir Glaubwürdigkeit beschrieben werden kann. Es ist erwiesen, dass Aldi und Porsche (was für eine Kombination!) bei den Menschen die höchste Glaubwürdigkeit hervorrufen. Glaubwürdigkeit ruft Sicherheit hervor. Sicherheit animiert zum Investieren.

Was dieser Post mit mir zu tun hat – das könnt ihr im Post darunter lesen.

Deflation des Wortes Teil 2

Kann es sein, dass wir auch eine Deflation des Wortes (der Bibel und ihrer Inhalte) erleben? Kann es sein, dass das Wort Gottes immer mehr an Wert verliert? Kann es sein, dass die Bibel mittlerweile wie ein Blatt mit Sonderangeboten gelesen wird und dass die Bereitschaft, dafür etwas zu geben, immer mehr schwindet?

Dass es eine wirtschaftliche Deflation gibt ist offensichtlich. Dass es eine Deflation der etablierten kirchlichen Institutionen gibt – das belegen die Austrittszahlen. Und doch gibt es Gewinner in dieser Entwicklung. Ähnlich wie in der Wirtschaft sind es die Gruppierungen, die scheinbar den Wert der Glaubwürdigkeit bei sich erkennen lassen. Glaubwürdigkeit, die Sicherheit ausstrahlt, ein Phänomen, welches in Zeiten von Chaos und Zukunftängsten sehr anziehend wirken kann.

Offenbar schaffen es Gruppierungen wie Scientology, Zeugen Jehovas, Mormonen, allesamt Weltanschauungen mit den abenteuerlichsten theologischen Konzepten, viele Menschen so anzusprechen, dass sie in ihnen den Wert der Glaubwürdigkeit erkennen. Es scheint so zu sein, dass so lange das Gefühl bedient ist, die argumentative Schiene belanglos ist. Es ist bekannt, dass jedes aus einer gefühlsmäßigen, materiellen oder intellektuellen Mangelsituation herrührende Appetenzverhalten (Such und Orientierungverhalten) potenzielle Gefährdung durch Sekten bedeutet, das jedoch macht deutlich, dass das Gefühl der Sicherheit (hervorgerufen durch Glaubwürdigkeit: „endlich mal jemand, der auch tut, was er sagt…man kann über die Zeugen sagen was man will, aber die tun wenigstens was…bei denen weißt du sofort woran du bist...usw.) entscheidend dazu beiträgt, ob jemand heute bereit ist, sein Lebenskonzept so zu verändern, dass Gott für ihn eine Rolle spielt.

In der religiösen Landschaft bedient sich der säkulare Mensch nach dem selben Kriterium wie in der Wirtschaft – nach dem Preis. Man nimmt das, was am wenigsten kostet. Die Religion, die am wenigsten (ab)verlangt. Die Glaubensrichtung, die den eigenen Lebensentwurf am wenigsten beeinflusst. Der Ruf nach einer Discountkirche ist damit geboren. Kirchen, Sekten, religiöse Gruppen fangen an sich mit Rabatten zu unterbieten, indem sie die „Preise“ unendlich tief schrauben. Jedoch verarmt der Mensch unausweichlich im Blickwinkel und Geschmack, wenn er sich über den (religiösen) Discounter versorgt. Daher darf es kein Discountkirche geben. Damit ist nicht das Fördern des schon ohnehin zu stark vorherrschenden elitären Denkens in Kirchen gemeint – damit ist lediglich die Wahrung des Wertes gemeint, den das Wort Gottes an sich hat. Dieser Umstand ist mit Qualität zu umschreiben.

Der Wert der Bibel basiert auf der Tatsache, dass es eine Botschaft ist, die von einem lebendigen Gott veranlasst wurde. Diese Botschaft hat einen befreienden, aber ebenso verpflichtenden Charakter. Die Deflation des Worte geschieht immer dann, wenn man vereinzelten Inhalten in der Bibel keinen Wert mehr beimisst, bzw. nicht mehr bereit ist, dafür zu „bezahlen“ (danach zu leben, es zu akzeptieren). Bietet man die Bibel in Discountermanier unter Wert an, indem man die vollständige Annahme der biblischen Inhalte predigt, diese aber nicht annähernd vorlebt, dann ist der Wert der Glaubwürdigkeit nicht zu vermitteln. Dementsprechend ist man unglaubwürdig, was das Hauptproblem der Kirche im 21.Jahrhundert ausmacht.

Donnerstag, Juni 01, 2006

Hast du Zeit?


Genau 71,1 Jahre liegen vor dem durchschnittlichen Menschen, sollte er dieser Tage auf die Welt kommen. Da gilt es, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Allerdings verheißt die Statistik nichts Gutes. Für die wichtigen Dinge wendet der Mensch im Schnitt viel zu wenig Zeit auf.

Nach dem statistischem Bundesamt verbringt der Mensch 1,4 Jahre im Stau, 5,4 Jahre bei der Hausarbeit, ganze 6,1 Jahre vor dem TV. 15,7 Jahre werden auf Aktivitäten in der Freizeit verwendet, während man 10,4 Jahre fürs Geldverdienen verbraucht - und im Schnitt schläft der Mensch ganze 26,3 Jahre.

Wie viel von diesem Zeitkuchen bekommt eigentlich Gott ab? Wenn der Mensch tatsächlich ca. 70 Jahre lebt, dann wären das 25.550 Tage (eigentlich gar nicht so viele) und wenn man täglich 10 Minuten für Gott erübrigt, dann kommt man auf ganze 177 Tage, die man sich mit Gott beschäftigt – also unter einem Prozent unserer Lebensdauer. Viel zu wenig, oder?

Der römische Philosoph, Staatsmann und persönliche Erzieher Nero´s – Lucius Seneca sagte: „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zuviel Zeit, die wir nicht nutzen.“

Vielleicht schenke ich Gott mehr als ein Prozent deines Lebens. Ich wünsche es mir. Nutze die Zeit.

„Gott, ich hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott. Meine Zeit steht in deinen Händen.“ (Psalm 31,15.16a)

Mittwoch, Mai 31, 2006

Falls jemand wissen will, warum ich eine Narbe über dem rechten Auge habe.


Ich war mal in Spanien...

Ausgewogenheit


Ausgewogenheit ist eine der wichtigsten Charaktereigenschaften, die ein Mensch besitzen kann. Ausgewogenheit im Handeln, Denken, Ausgewogenheit in politischen und religiösen Ansichten, Ausgewogenheit in Entscheidungsprozessen. Diese treten der Radikalisierung im entscheidenden Maße entgegen. Ausgewogenheit ist nicht mit mangelndem Format zu verwechseln, auch nicht mit einem Weltbild, dass in der Subjektivität die höchste Instanz sieht – Ausgewogenheit ist die Fähigkeit, mit Spannungen leben zu können – und dabei trotzdem Zufriedenheit und Glück empfinden zu können.
Gerade im kirchlich-religiösem Bereich ist Mangel an Ausgewogenheit gefährlich, da er zu fundamentalistischen Standpunkten verleitet und diese durch radikale Konsequenz zum Leben erwecken will. Die Unfähigkeit, mit Spannungen leben zu können, ruft im Menschen ein permanentes Gefühl der Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit hervor, was sich dann auf die Art und Weise seines Lebens auswirkt. Die Unfähigkeit, Spannungen auszuhalten, ruft im Menschen ein Gefühl hervor, dass er nie genug getan hat, was einen hohen Grad an Frustration hervorrufen kann.
Gerade unter dem Hintergrund des dualistischen Weltbildes, in dem es das Richtige und das Falsche gibt, fällt es einem fehlerhaftem Individuum schwer, dem Anspruch gerecht zu werden, dem er meint, gerecht werden zu müssen.
Ausgewogenheit schafft es jedoch, die Balance zwischen Anspruch einerseits, und der Möglichkeit einen Fehler zu machen andererseits, zu wahren. Radikale Standpunkte, in religiöse Formeln verhüllt, erwecken den Anschein eines hohen Grades an Spiritualität, Gottesnähe und vor allem Richtigkeit, oft jedoch bleiben fundamentale Verhaltenskodexe des christlichen Weltbildes dabei auf der Strecke. Mangel an Ausgewogenheit verlangt nach dem Richtigen in gleichem Maße wie nach dem Falschen. Theologisch im Recht zu sein, bedeutet dann immer ein Gegenüber zu haben, dass theologisch im Unrecht ist. Die eigene Identität wird durch Abgrenzung und Feindbilder definiert. In diesem Fall ist die christliche Intention verfehlt.
Gerade aus dem Grund der hohen Verantwortung für die Gesellschaft, die Menschen mit christlichem Hintergrund tragen, muss das Element der Ausgewogenheit vorhanden sein. Jesus Christus ist das ultimative Beispiel an Ausgewogenheit. Obwohl seine Botschaft eindeutig (weil relativ einfach) war, schaffte er es das Falsche zu ertragen. Sein erstes Augenmerk fiel auf den Menschen und seine Verlorenheit – erst dann begannen verschobene Weltbilder und fehlerhafte Deutungen eine Rolle zu spielen. Diese Reihenfolge ist heute verschoben.

Ernährungsfragen, politische Weltbilder (in eschatologischem Kontext), Fragen nach unsichtbaren Kräften oder Formdiskussionen können dem Bild Jesu Christi in seiner Schaffenszeit nicht annähernd gerecht werden. Daher stellt sich die entscheidende Frage heute, ob die christliche Bewegung tatsächlich den Vorstellungen Gottes entspricht – oder sie völlig verfehlt. Mangel an Ausgewogenheit zeugt eher von Letzterem.

Test - erster Post: Andacht für das Programmheft des Musik Festivals 2006 in Darmstadt


Als ich letzten Sommer mit meiner Frau durch Nashville, Tennessee durch die Straßen schlenderte, war der Geist der größten Musiker aller Zeiten allgegenwärtig. Nicht nur dass es in dieser Stadt von Plattenlabels, Aufnahmestudios und Live Musik Läden wimmelte - alle hatten sie in dieser Stadt schon gespielt. Von Elvis bis Johnny Cash über Bruce Springsteen, Willie Nelson hin zu Aretha Franklin – es gibt kaum einen weltweit bekannten Künstler, der musikalisch nicht mit dieser Stadt irgendwie verbunden war. Die christliche Songwriterin und Sängerin Amy Grant wurde in Nashville bei einem Gottesdienst entdeckt.

Als wir dann an einer Stadtführung teilnahmen, kamen wir an einem „Schuppen“ vorbei, der so aussah, als würde er bald abgerissen werden. Ich erfuhr, dass es einer der „angesagtesten“ Läden der ganzen Südstaaten wäre. Der Reiseführer erzählte uns voller Stolz, dass da schon Ray Charles, B.B. King und Steve Wonder gespielt hätten, bevor sie die ganze Welt kennen lernen durfte. Der Reiseführer war so stolz drauf, als würde der Laden ihm gehören und als ob die drei seine besten Freunde wären. Auf einmal bekam die Bruchbude eine ganz andere Bedeutung.

Nun ist das MuFe2006 nicht mit den Festivals der Music City zu vergleichen, auch ist die Marienhöhe weit davon entfernt, eine Bruchbude zu sein – aber trotzdem kann das Ereignis diesen September eine ganz andere Bedeutung bekommen – wenn Gott am Ende „da mitgespielt hat.“ Unser Gott ist ein musikalischer Gott, der uns die kreative Intelligenz gab, Musik zu machen, zu fühlen, zu genießen und zu hören. Diesem Geschenk will das MuFe2006 auch dieses Jahr Rechnung tragen, in dem Gott der Special Guest dieser Veranstaltung wird.

Es ist nun mal so, dass die Spezies Mensch eine ist, die oft an einer Überdosis Egozentrik leidet. Die Rasse „Musiker“ ist von diesem Krankheitsbild überdurchschnittlich oft befallen – umso mehr ist es gut, jemanden vor Ort zu haben, dem wir eines schönen Tages alle zusingen werden: „Halleluja – denn der Herr, unser Gott, der Allmächige, hat das Reich eingenommen – Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben…!“

Wie aus einem kleinen und scheinbar unbedeutenden Schuppen in Nashville, Tennessee, eine der „heiligsten“ Stätten für Musikkenner wurde – so will das MuFe2006 auch eine ganz besondere Sache für dich sein, weil da jemand ganz besonderes an diesem Wochenende auf dich wartet, um für dich zu spielen.
Dein Gott.

Um jetzt noch einen ganz romantischen Ton zu treffen, wünsche ich dir, dass wenn du eines Tages mal an der Marienhöhe vorbeigehst, dass du in diesem Moment dir und deinem Freund sagen kannst: „Hier hab ich vor Jahren, ich glaub´ das war 2006, Gott gehört – er hat hier tatsächlich mal für mich gespielt – hier bin ich Gott begegnet!“