Sonntag, Oktober 25, 2009

Williams, die zweite....

Bei Stern.de war folgender Artikel über Robbie Williams und Jesus zu lesen. Sehr lesenswert und vielleicht demaskierend zugleich:

George W. Bush fand Gott über Nacht, Paris Hilton während ihres kurzen Gefängnisaufenthalts, jetzt gehört auch Robbie Williams zu den Erleuchteten. Im Internet ist ein Video seines neuen Songs "Bodies" aufgetaucht, in dem er dramatisch von seiner neuerwachten Liebe für Jesus berichtet. Williams - der gerade erst angekündigt hat, dass er wieder nach England ziehen will, weil ihm die Frauen in Hollywood auf die Nerven gehen - scheint jetzt eine Lösung für seine vielen Probleme gefunden zu haben: Gott.
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"God gave me the sunshine, and showed me my lifeline" ("Gott gab mir das Sonnenlicht und zeigte mir eine Rettungsleine"), lautet die erste Strophe des Songs. Das klingt noch halbwegs vernünftig, doch dann wird es wirr: "What a day, Jesus really died for me. Yeah, Jesus really tried for me. I feel like it's f***ing me, love lead off the energy." (Was für ein Tag, Jesus starb wirklich für mich. Yeah, Jesus hat sich wirklich angestrengt für mich. Es fühlt sich an als ob mich das f... würde. Liebe leitet Energie ab) Aber es kommt noch besser: "Rejection…from my reflection, I want perfection"(Reflektion meines Spiegelbildes, ich will Perfektion) Williams sitzt dabei mit schwarzgeränderten Augen in einem dunklen Raum und raucht eine Zigarette nach der anderen. Youtube hat das Video inzwischen wieder vom Netz genommen, zumindest ist es nicht mehr abrufbar.


Das Thema, Sprache und Heiligkeit ist ein Thema für sich. Robbie Williamsons innere Glaubenswelt wahrscheinlich auch. Am Ende bleibt eins übrig: ich hab mich bis jetzt mit zwei Leuten über Jesus unterhalten können - supi - mit denen ich nicht wusste, wie das jemals möglich sein würde. Die Wege des Herrn sind wirklich unergründlich - man stelle sich die Taufe eines Tages vor und der Täufling beginnt seine Geschichte und sein Bekenntnis mit dem Satz: "Es begann eigentlich alles mit Robbie Williams..."

Donnerstag, Oktober 22, 2009

Bodies


He s back! Robbie Williams ist mit seinem neuen Album zurück. Fans werden es wieder lieben, schon alleine deswegen, weil er so lange weg gewesen ist. Der arme Star, der wohl einen 70-Millionen Plattenvertrag hat. Nun, es sei ihm gegönnt.Immerhin hat er uns Angels und ein Paar andere gute Songs beschert.
Aufmerksam jedoch wird der nicht medienscheue Pastor, wenn aus dem Mund eines Robbie Williams das großartige Wort Jesus kommt. Ich muss gestehen, dass der erste Gedanke der war, dass irgendwie Blasphemie im Spiel ist. Das nervt mich grundsätzlich an Künstlern, wenn sie verusuchen etwas über Jesus zu sagen - am Ende nur dummes Zeug herauskommt. Dieses Mal scheint er es wohl anders zu sein.

"God gave me the sunshine,
Then showed me my lifeline
I was told it was all mine,
Then I got laid on a ley line
What a day, what a day,
And your Jesus really died for me
Then Jesus really tried for me"

Offenbar ist der Bengel dabei, sein Leben zu ändern. Keine Drogen mehr, keine leichten Mädels, ein neuer Anfang - clean, treu und ehrlich. Wollen wirs glauben.Im Grunde genommen predige ich Woche für Woche nichts anderes, mit dem Unterschied, dass ihn Millionen von Menscheen hören können.

Aber wie ist es mit Umstand, dass jemand Jesus verkündigt, ohne uns um Erlaubnis zu fragen. Ist es nicht so, dass das Medium schon an sich die Botschaft ist? Oder diese zumindes bedingt oder wenigstens beeinflusst - aber je länger ich darüber nachdenke, denke ich: Gott bewahre - wenn Jesus tatsächlich erst durch meinen fehlerhaften, menschlichen Filter muss, um dann bei dem Menschen anzukommen, was bleibt da noch von Jesus übrig?

Paulus würde Robbie Williams hören und wahrscheinlich sagen (wie in Philipper 1), "ich freue mich!" auch wenn einige Jesus aus Eigennutz, manche aus Streit und Neid, manche nur, um Paulus zu schaden - und Paulus (krass) sagt: Was solls! Hauptsache Jesus wird gepredigt - ich freue mich trotzdem.

Wer darf von Jesus reden? Wer darf wie von Jesus reden? Wer muss von Jesus reden, damit ihn die Menschen verstehen? Der angeblich verkappte Antisemit Mel Gibson, mit seiner Passion Christi? Der schwule George Michael mit seinem "jesus to a child"?, der Gelegenheitsjunkie Robbie Williams mit "Bodies"? Der adventistische Pastor mit Kravatte und 3PunktPredigtSytem?

Ich habe keine Ahnung, warum Robbie Williams über Jesus singt. Vielleicht macht er gerade Bibelstunden und lässt sich bald taufen - vielleicht will er nur Platten bei der christlichen Klientel verkaufen, der Schuft. Aber ich eigne mich nicht gut als Richter - ich freue mich einfach - weil ich ihn zitieren kann, mit Menschen über Jesus reden kann, wo ich es vorher nicht konnte.

Mittwoch, Oktober 21, 2009

Wake up!


Ich sitze gerade in der Kommandozentrale der Marienhöhe (adventistische Schule), wo sich über 20 junge Leute zusammengefunden haben, eine JugendAktionsWoche zu gestalten. Es sind hier immer noch Ferien und schon deswegen ist es beeindruckend. Unter Jugendlichen komm ich mir mittlerweile wirklich wie ein alter Sack vor.

Folgende Situation. Ich habe einen Laptop. Ich benutze ihn eigentlich als Schreibmaschine. Das ist der unkonfigurieteste Rechner der Welt. Ich habe keine Ahnung, wie ich die einfachsten Funktionen bediene - und so frage ich ein ums andere mal nach Hilfe. Mein Outlook muss eingerichtet werden - so, dass ich ihn von zwei verschiedenen Rechnern aufrufen kann, ohne das mail verloren gehen - hä? schon ausgestiegen. Und so gehe ich in die Kommandozentrale, wo 6 PC aufgebaut sind, sich 1000Km Kabel auf dem Boden schlängeln. Ich frage, ob mir jemand beim meinem Problem helfen kann und als ich beschreibe, was das Problem ist, schaue ich in Gesichter, die sich fragen, ob ich aus dem Mittelalter stamme oder ob da noch was kommt. Ich lebe seit Jahren mit der Tatsache, dass mein Outlook auf dem Laptop nicht geht - die Jungs haben es mir in 2 Minuten eingerichtet. Voller Mitleid sagen sie mir noch, dass ich einen süßen Laptop habe, irgendwie knuffig und ich muss mich selbst daran erinnern, dass ich eine Tochter habe - rein der angeknacksten Männlichkeit wegen.

Junge Leute. Ohne Ende fähig und kompetent. Sie reden von Linux, als wäre es Butterbrot. Sie verschicken Gutscheine fürs Bistro per mail an Handys durch Bluetooth. What? Sie haben es drauf. Zwar ohne Diplom und Struktur, aber einfach fähig. Ich frage sie gerne, ob sie mir helfen können. Irgendwie will ich mich in manchen bereichen garnicht entwickeln, weil es junge Leute gibt, die es besser können.

Ich melde mich - wenns los geht.

Dienstag, September 22, 2009

Die Diktatur der Minderheit


Minderheiten sind sympathisch. In der Regel ist man immer für den Schwächeren. Das Establishment, die Leitung, die Führung, die da oben ergrauen im Lichte einer kleinen Minderheit, die gerne Widerstand leistet. Das kleine gallische Dorf. Die Resistance im II Weltkrieg. Die Geschwister Scholl und die Weiße Rose. TSG 1899 Hoffenheim.

Minderheiten sind überhaupt nicht sympathisch. Sie terrorisieren die Welt. Sie verbreiten Angst und Schrecken. Sie sind unbelehrbar. Man empfindet Mitleid mit denen, die sich mit solchen Minderheiten auseinandersetzen müssen. Die Rote Armee Fraktion. Die Al - Kaida. Gierige Bankmanager. NPD. Leute, die alles und jeden anzeigen.

Wie wir sehen - Minderheiten sind nicht per Definition Opfer. Minderheiten kenzeichnet in der Regel ihre Unbelehrbarkeit. Ihre Überzeugung, im Recht zu sein ist ungebrochen. Die Märtyrerrolle wird gerne mit Nachdruck verinnerlicht - ob berechtigt oder auch nicht.

Auch in Kirchen gibt es Minderheiten. Minderheiten, die der Meinung sind, dass nur sie und einige wenige (Auserwählte) übriggeblieben sind. Sie empfinden die "große Kirche" in der Regel als "abgefallen", auf dem falschen Weg und reformationsbedürftig oder sogar bekämpfungswert. Viele Sekten in der Kirchengeschichte bildeten sich dadurch, dass sie sich von der "großen Kirche" abspalteten. Die "David Koresh Sekte - Davidianer" z.B lösten sich in den 90er Jahren von der Kirche der Siebente Tags Adventisten - es endete in einem Inferno mit 74 Toten.

Der Unterschied zwischen "guten" und "schlechten" Minderheiten ist die Wahl der Mittel, die sie anwenden, um Ziele zu erreichen. Es liegt ein großer Unterschied in der Handlungsweise von den Geschwistern Scholl und der RAF. Es liegt ein großer Unterschied in der Handlungsweise von Martin Luther King und Malcom X (Black Panthers). Die Wahl der Mittel offenbart wahrscheinlich die wahren Motive und den Geist der Minderheit. Es ist nämlich nicht so, dass der Zweck die Mittel heiligt. wie es so manche Minderheit in ihrem Rechtsverständnis verstehen möchte. So sehr die amerikanische Präsenz im Irak Leid anrichtet, so wenig ist es legitim, unschuldige Menschen dafür zu tötet. Wie "unchristlich" eine christliche Kirche sein mag, so wenig ist es legitim, mit "unchristlichen" Mitteln dagegen anzukämpfen.

Subversive Handlungsweisen, Denunziation, Boykott, Schaffung von Parallelgesellschaften und Strukturen, Verurteilung, Lästerung - all diese Mittel demaskieren die Minderheit als unchristlich, wie christlich ihre Ziele auch sein mögen.

Am Ende bleibt der Aufruf Paulus´ stehen. "Tragt die Schwachen!" - wo wir bei der Diktatur der Minderheit wären. Wenn es so ist, dass eine Kirche nur so weit gehen darf, wie der "Uneinsichtigste" es in seiner "Schwachheit" erträgt - dann wäre das eine Tragödie. Vielleicht ist das auch gerade einer der Gründe, warum die Gesellschaft die Empfindung hat, dass die Kirche ihnen heute nichts mehr geben kann. Die Katholische Kirche verzeichnete 120.000 Austritte im letzten Jahr. Im Jahr zuvor 97.000 Austritte.

Was sagt ihr dazu? MInderheiten an die Macht oder Macht über Minderheiten in der Kirche?

Donnerstag, August 13, 2009

Kongress Kongress



Der Kongress ist nun vorüber. Mein Fazit und meine Erkenntnisse kurz zusammengefasst:+

1. Die Weltkirchenleitung versucht immer mehr die Belange der Jugend ernstzunehmen. Auch wenn dieses Mal wieder einige Mechanismen zum tragen kamen, in denen Autorität den gesunden Menschenverstand überstimmten - war es nicht zu übersehen, dass die Weltkirchenleitung wirklich bemüht ist, die Jugend als vollwertige Stimme anzuerkennen. Die "Münchener Erklärung", sollte sie ernst genommen werden, wird ein Meilenstein in der progressiven Entwicklung des Verständnisses von Leitung sein.

2. Kreative Elemente in Gottesdiensten haben endlich ihren Platz in unserem Verständnis von hierarchischer Heiligkeit bekommen. Kreativ Elemente, wie Schwarzlichtpantomime, körperlicher Ausdruck, Lied, Theater wurden als wahre Anbetung angenommen und nicht bloß (wie sonst üblich) zum Rahmenprogramm degradiert. Menschen erlebten ihren persönlichen heiligsten Moment, bei einem Lied. Andere trafen ihre Entscheidung bei der Handpantomime. Andere fühlten sich berührt bei der Balleteinlage. Andere kamen zu Gott durch das Wort. Gott offenbart sich vielfältig.Anbetung ist vielfältig. Hinzu kommt, dass viele Jugendliche, die nicht singen und predigen und die Technik bedienen können - ihren Weg gefunden haben - Gott zu verherrlichen. Vielleicht wird diese Wertschätzung, diesen alternativen Elementen gegenüber auch dazu führen, dass sich einiges in unseren Heimatkirchen verändert.

3. Die Jugendlichen haben verstanden, dass es jetzt ihr "turn" ist. Zu Hause und in der Gemeinde zu sitzen ist out. Keiner will mehr ein "Chiller" sein. In die Welt zu gehen, um ihr zu helfen, das ist in. Ein Jugendlicher schrieb mir: "I want to be a killer (Gegenteil vom passiven chiller) but I dont know how. Sogar Baraka Muganda (Weltkirchendirektor der Adventjugend) nahm dieses Wortspiel mit und stellte einige Male die Frage nach dem "was nun?" Ich denke, dass das die größte Herausforderung sein wird, der wir jetzt nach dem Kongress begegnen werden. Wie machen wir es, dass Kirche relevant, helfend und weltoffen wird? Was tun wir, damit wir endlich anfangen etwas zu tun?

4. Kirche, Jesus, Religion, Spiritualität hat ihren Platz in der Gesellschaft und im Leben des Jugendlichen des 21 Jh. Religion entfremdet ihn nicht von der Gesellschaft, sie positioniert ihn in der Gesellschaft und das an ganz wichtiger Stelle. Nämlich an der, an der Verantwortung zu übernehmen ist und an der Antworten zu geben sind. Es scheint so zu sein, dass das Zeitalter der "Abkapselung" und der "subversiven Mission" mit Konfrontationscharakter vorüber ist und dass jetzt eine Ära der Veränderung von Innen eingeläutet werden könnte. Die Bereitschaft, die Fähigkeiten (soziale Kompetenz, Sprache, Bildung usw.) und die Geistlichkeit der Jugendlichen ist auf jeden Fall vorhanden. Lediglich am KnowHow und an der Konstanz könnte es mangeln. Froh stimmt mich aber, dass sich eine gewisse Identität immer mehr herauskristalisiert - die ganz klar auf Jesus Christus zentriert ist.

Das war mein Kongress.
Ich fand ihn wirklich überwältigend.

Mittwoch, Juli 29, 2009

Freitag, Juli 24, 2009

Go Down Death by James Weldon Johnson

Weep not, weep not,
She is not dead;
She's resting in the bosom of Jesus.
Heart-broken husband--weep no more;
Grief-stricken son--weep no more;
Left-lonesome daughter --weep no more;
She only just gone home.

Day before yesterday morning,
God was looking down from his great, high heaven,
Looking down on all his children,
And his eye fell on Sister Caroline,
Tossing on her bed of pain.
And God's big heart was touched with pity,
With the everlasting pity.

And God sat back on his throne,
And he commanded that tall, bright angel standing at his right hand:
Call me Death!
And that tall, bright angel cried in a voice
That broke like a clap of thunder:
Call Death!--Call Death!
And the echo sounded down the streets of heaven
Till it reached away back to that shadowy place,
Where Death waits with his pale, white horses.

And Death heard the summons,
And he leaped on his fastest horse,
Pale as a sheet in the moonlight.
Up the golden street Death galloped,
And the hooves of his horses struck fire from the gold,
But they didn't make no sound.
Up Death rode to the Great White Throne,
And waited for God's command.

And God said: Go down, Death, go down,
Go down to Savannah, Georgia,
Down in Yamacraw,
And find Sister Caroline.
She's borne the burden and heat of the day,
She's labored long in my vineyard,
And she's tired--
She's weary--
Go down, Death, and bring her to me.

And Death didn't say a word,
But he loosed the reins on his pale, white horse,
And he clamped the spurs to his bloodless sides,
And out and down he rode,
Through heaven's pearly gates,
Past suns and moons and stars;
on Death rode,
Leaving the lightning's flash behind;
Straight down he came.

While we were watching round her bed,
She turned her eyes and looked away,
She saw what we couldn't see;
She saw Old Death. She saw Old Death
Coming like a falling star.
But Death didn't frighten Sister Caroline;
He looked to her like a welcome friend.
And she whispered to us: I'm going home,
And she smiled and closed her eyes.

And Death took her up like a baby,
And she lay in his icy arms,
But she didn't feel no chill.
And death began to ride again--
Up beyond the evening star,
Into the glittering light of glory,
On to the Great White Throne.
And there he laid Sister Caroline
On the loving breast of Jesus.

And Jesus took his own hand and wiped away her tears,
And he smoothed the furrows from her face,
And the angels sang a little song,
And Jesus rocked her in his arms,
And kept a-saying: Take your rest,
Take your rest.

Weep not--weep not,
She is not dead;
She's resting in the bosom of Jesus.

Montag, Juli 20, 2009

Wenn sich Hammondorgel und Schlagzeug treffen

Der Jugendkongress (meldet euch an)steht vor der Tür und ein Thema steht im besonderen Fokus. Die Musik. Was für eine Musik wird gespielt werden? Wer wird spielen und singen? Welcher Stil, welche Instrumente... Die selben Fragen, zum unendlichsten Mal - die selben wenigen und so was von nicht objektiven Antworten. Der musikalische Beitrag unten ist zwar nicht die Antwort, aber ein Eindruck von herrlich lockerem und entspantem Umgang mit Musik. Wenn wir doch alle ein wenig schwarz sein könnten.

Ab 5:15 wirds lustig. Ab 5:40 sind wir in der Gänsehautabteilung angekommen. Wenn man genau hinhört, dann hört man die HammondOrgeln ihr Gebet singen. Die Leute sind alle so gut angezogen. Die Leute essen so gesund. Die Leute opfern sich so sehr für ihr Gemeinde auf. Die Leute sehen so "richtig" aus. Und trotzdem haben sie "joy". Sie scheinen so gerne da zu sein. Es scheint, als müssten sie nicht überzeugt werden. Es haben so viele ein Lächeln auf ihren Lippen und ich stelle mit vor, wie sie nach diesem Gottesdienst nach Hause gehen und die kommende Woche mir Mut und Enthusiasmus anpacken. Wenn sich Hammondorgel und Schlagzeug treffen - da passieren unglaubliche Dinge.

Freitag, Juni 05, 2009

I saw a dead man



I saw a dead man.
He barely could breath.
I saw a dead man
Captured in his own grief.

I talked to the dead man
But he could not hear
When I touched his head
He gave me fear

I prayed for the dead man
This mournful day
You give him strength
For his last way

I saw a dead man.
He barely could breath.
I saw a dead man
Captured in his own grief.

Then he opened his eyes
I could see his soul
In a twinkling of an eye
He begged me to let him go

I left the dead man
Captured in welter
Never thought I would need
Your loving shelter

I saw a dead man.
He barely could breath.
I saw a dead man
Captured in his own grief.

Dienstag, Juni 02, 2009

Was der Esel nie erfuhr



Ich erzähle euch eine Geschichte von einem Esel. Der Esel hieß Iooh – (seine Schwester hieß Iaah). Eines Morgens wurde er früh geweckt. Er bekam besonders viel essen zum Frühstück – er wußte, dass er seinen Herren und Besitzer wahrscheinlich auf eine länger Reise begleiten musste.

Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Es war noch sehr frisch. In den Zelten herum schliefen die meisten schon . Nur sein Besitzer und drei andere Männer waren dabei die Sachen zu packen - Zelte, Decken, Holz, Essen, Wasser, alles was man so für eine länger Reise gebraucht hätte.

Der Esel kannte alle aus der Siedlung. Der alte Mann war der Chef von allen. Er hatte ihn schon über 100 von Kilometern begeleitet. Er stammte eigentlich aus einem ganz anderen Land. Er konnte sich erinnern, wie er und seine Schwester Iaah einen schweren Karren gezogen haben – Monate lang – aber der alte Mann war immer gut zu ihm, gab ihm immer gut zu essen.

Der andere Mann war sein Sohn. Iooh, konnte sich erinnern als er geboren wurde. Alle freuten sich wie verrückt, als wäre da ein Wunder passiert. Später erzählte ihm ein Eselfreund, nämlich einer der für die Frau vom Chef arbeitete, dass es wirklich ein Wunder war, weil die Frau alt ohne Ende war und garnicht Kinder kriegen konnte.

Die anderen zwei Männer waren auch Leute aus der Sippe, aber eigentlich nur Helfer und Aufpasser.

Und so gingen sie, Iooh, der alte Mann, sein Sohn (ca 20 Jahre) und die zwei Begleiter los. Was Iooh aber sofort merkte, das war die komische Stimmung bei den Leuten. Vor allem der alte Mann war seltsam. Normalerweise war er immer gut drauf, aber jetzt war er irgendwie traurig und immer in Gedanken. Er wollte kaum was essen, kaum trinken.

Als die erste Nacht kam, da waren alle sehr müde. Sie schliefen bei dem Feuer nur so ein. Iooh auch, aber irgendwann piekte ihn ein Stein am Bauch und er wollte sich ein wenig bequemer hinlegen, da machte er kurz die Augen auf – und da konnte er was sehen.

Alle schliefen tief und fest, aber der alte Mann, der war wach und schaute ins Feuer, dass immer noch brannte. Iooh tat so, als würde er schlafen, aber er schielte rüber und sah und hörte, dass der alte Mann mit jemandem redete. Wahrscheinlich machte er das was er schon 8 Mal vorher getan hatte – mit Gott reden.

Iooh kannte Gott. Gott war gut. Gott hatte ihn geschaffen. Gott hatte ihn lieb. Die Menschen waren komisch, weil viele von ihnen an Ihn nicht glauben wollten – dabei wußte jeder Esel, dass es einen Gott gab.

Am nächste Tag ging es weiter und da irgendwo weit weg konnte man schon einen Berg sehen. Die beiden Helfer redeten und sie sagten, dass sie im Land Morija waren. Der alte Mann war immer noch komisch. Der junge Mann war eigentlich ganz ok, er fütterte Iooh oft mit einer Rüber oder mit einem Apfel.

Die nächste Nacht kam - wieder das selbe Spiel. Alle schliefen, nur der alte Mann nicht und Iooh, aber das wusste der alte Mann nicht. Er saß jetzt ganz nah bei seinem Sohn. Er schaute ihn ganz ganz lange an und dann sah Iooh etwas, was er bei dem alten Mann noch nie vorher gesehen hatte. Er sah, wie er ganz traurig weinte.

Iooh schloß die Augen und fragte sich, was geht hier eigentlich vor? Wo gehen wir eigentlich hin? Wieso ist der alte Herr so seltsam traurig.

Am nächsten Morgen waren sie schon an dem Fuß eines Berges. Auf einmal verabschiedetet sich der alte Mann und sein Sohn. Iooh war froh, weil er ein wenig entlastet wurde. Das ganze Holz, das er schleppen musste, dass hatte jetzt der Sohn aufgeladen und sie gingen den Berg hoch.

Bevor sie hoch gingen, da drehte sich der alte Mann zu den Helfern um und sagte: “Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Junge wollen dorthin gehen, und wenn WIR gebetet haben, wollen WIR wieder zu euch kommen!“ (Genesis 22,5)

Ach sooo, sie wollen nur beten gehen – wieso sagt er es nicht gleich. Und er war so stolz, weil er gesagt, dass sie bei dem Esel bleiben sollten. Das war wie. „Iooh, die Jungs bleiben bei dir, pass gut auf sie auf!“

Einige Stunden später kamen sie wieder vom Berg herunter. Beide, so wie es der alte Mann gesagt hatte. Er sah ganz anders aus. Wieder der Alte, noch besser, viel glücklicher – der Sohn, der sah auch gut aus, vielleicht ein bißchen wackelig in den Knien – aber das wird wohl die Anstrengung gewesen sein, dachte sich Iooh.

Und so gingen sie nach Hause. Iooh, die zwei Diener, Abraham, der alte Mann und sein Sohn Isaak. Iooh sollte nie erfahren, was da wirklich passiert war, als er die Tage mit den Menschen unterwegs war.

Donnerstag, Mai 28, 2009

Stolz





Es ist interessant, wie sehr man auf jemanden stolz sein kann, obwohl er noch nie etwas geleistet hat. Wenn man jemanden über alles liebt, dann macht dich nicht die Leistung desjenigen stolz, sondern die Liebe zu demjenigen. Was kann ein Kind schon? Es kann nicht helfen, es kann nicht beitragen. Es kostet nur und lässt einen nicht schlafen. Es bringt deine Pläne durcheinander. Ein Kind leistet nichts. Aber du liebst es. Du bist stolz.

Ich habe mir immer vorgenommen, nicht einer der Väter zu sein, der von seinem Kind vorschwärmt. Mein Sohn konnte schon mit 3 Monaten laufen und rechnen. Ach, unseres ist ja so toll, das kann nur er, kein anderes Kind auf dieser Welt. Von 500 Millionen Kinder auf der Welt, ist ausgerechnet diese Kind das schlauste? Er wurde schon mit 3 eingeschult. Meine Kleine ist ein Genie, sie kann mit Hamstern reden. Mein Sohn hat schon von klein auf komplizierte Sachen gebaut. Na ja Leute...Wir sollten realistisch sein. Es wird immer ein hübscheres und klügeres Kind geben. Irgendwo bestimmt. Aber das tolle ist, du willst das andere ja garnicht. Du willst nur deins.

Wie gesagt, ich habs mir vorgenommen und ich halt es auch meistens ein, aber manchmal überkommt einen der Stolz und zwar nicht im Sinne von "Schaut, mein Produkt!", nein, stolz, ohne den geringsten Funken von Selbstsucht, Eigensinn und Egoismus. Alles für den anderen. Alles bis aufs letzte. In wirklich allen Bereichen des Lebens, ob Ehe, Kirche, Beruf, Freundschaft oder Hobby, spielt Eigeninteresse eine Rolle. Mal mehr mal weniger - in Bezug auf das Kind aber - überhaupt nicht.

Ich glaube, dass Gott liebt. Und zwar nicht auf Grund von Leistung. Er liebt, wie ich meine Tochter liebe - aber nur unendlich viel reiner und besser. Er liebt seine Kinder, die wir ja nun mal sind und dann ist er auch stolz. Er zeigt uns den anderen Wesen im Himmel und dabei atmet er tief ein, den Blick auf uns gerichtet. Wie ein Kind, verdrecken wir uns, machen Fehler und fallen so oft. Es gibt so viel hübschere und klügere Kinder als es wir je sein werden - aber ER schaut auf uns und ist stolz - nicht unserer Errungenschaften wegen - sondern seiner unerklärlichen Liebe wegen.

3.16

Hip Hop is dead



Es gab mal eine Zeit, in der Hip Hop und Rap etwas zum Ausdruck bringen wollten. Aus den Schwarzenghettos Amerikas entstehend, verschafften sich junge Männer Gehör, in dem sie sich gegen Polizeibrutalität, soziale Missstände und Ungerechtigkeiten auflehnten - als Waffe der Reim und die Schallplatte auf dem Turntable. Sie nannten sich Public Enemy oder Grandmaster Flash oder Run Dmc und gaben der Jugend auf der Welt eine Stimme – immer dann, wenn man sie überhören wollte. Was Che für die 70er war, das war Hip Hop für die 80er und 90er. Mit der Starter Jacke an, mit der Sprühdose in der Hand gegen die Weltkonzerne und die willkürliche Politik des bürgerlichen Establishments. Eine Tüte Grass und ein ausgeliehenes LapTop als Nebeneffekt. Wir verändern die Welt – und im Ohr der Hip Hop.

Irgendwann kam aber der Teufel in Form des Geldes. Immer mehr Produzenten, Labels, Vermittler, Berater und ununterdrückte Weiße redeten mit. Aus Politik wurde Sex. Aus Revolution wurde Kommerz. Aus Scratch wurde Elektro. Aus Klammoten wurden Labels. Und so hingen die Jungs nicht mehr auf der Veranda ihrer Holzhäuser in South Central herum, sondern in ihren peinlich kitschigen 15 Millionen Dollar Villen, die sie bei Cribs vorstellten. Die Videoclips zeigten auf einmal nur noch Dollarscheine, Champagner, Silikonbrüste und aufgemotzte Autos. 50 Cent geht in Monaco (!!!) spazieren, Snoop trägt einen Nerzmantel und steht vor einem Rolly Royce Phantom und dropt es like ist hot – absolut anti-hip hoppig. Jay Z heult herum und läuft in Anzügen der Weißen aus den 20ern herum und Tupac wird mit dem Heilige Petrus gleichgesetzt. Aus Gangstern sind Superstars geworden. Aus Hip Hop nur Pop.

Und jetzt kam EMINEM wieder. Mit seinem neuen Album und die Hoffnungen waren groß, er möge dem Hip Hop ein wenig Old School wiedergeben. Aber Pustekuchen. Der Sound ist von Dr Dre gemacht – nichts Neues, muss es auch nicht sein – aber die Texte sind sinnloser als sinnlos. Ich bin ein Opfer. Ich nehme Tabletten. Ich hab es geschfft, davon wegzukommen. Aber böse Menschen wollen mir Böses. Ich schlafe schlecht. Ich bin ja so ein armer RapMillionär und ihr müsst Verständnis für mich haben. Ich hatte eine schlimme Kindheit.

Der Hip Hop ist definitiv tot. Es gibt keine musikalische Stimme mehr, die sich gegen soziale Missstände auflehnt. Keine Kritik. Kein „internationale Solidarität“, kein F.T.P. von NWA. Kein „Leute, so geht’s nicht mehr weiter. Dabei gäbe es heute so vieles, worüber man sprechen müsste. So viel Ungerechtigkeit. SO viel Gier. Wer singt heute für die Unterdrückten? Wer gibt den Hungrigen eine Stimme und den Misshandelten eine Plattform? Nicoles „Ein bißchen Frieden“ bringt mehr Auflehnung auf als die gesamte Hip Hop Community heute.

Und was bleibt übrig? Kinder in Serbien kaufen Hosen von P. Diddy und Halbstarke in Schweden Schuhe von Jay Z. Und wer sich bekehrt, muss garkeine CD s mehr verbrennen, er wird sie sowieso nicht mehr hören wollen…

Dienstag, Mai 26, 2009

Augen


Augen, Was für seltsame Dinger. Wenn man lange in eins hineinschaut, dann sieht man so einiges. Ein Tor zur Seele. Aber was wenn man schielt oder einen Silberblick hat? Spass. Jemand sagte mir, dass das menschliche Auge schrecklich kompliziert ist. Es hat 100 Funktionen und noch mehr. Bruder Wikipedia sagt: “ Höher entwickelte Augen dienen der Bildwahrnehmung. Der adäquate Reiz für dieses Sinnesorgan entsteht beim Menschen durch elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen etwa 380 nm und 780 nm und ist für Tag- und Nachtsehen etwas unterschiedlich. Wahnsinn, ich verstehe zwar nicht, was das bedeutet, aber anscheinend haben wir Strom im Auge? Man kann Augen operieren und dann wird geschnitten und genäht – im Auge!!! Was wür ruhige Hände man haben muss, um ein Auge aufzuscheniden – unglaublich.

Die ersten Liebesbriefe verschickt man mit dem Auge, sagt man, und ein deutsches Volkslied sagt: „"Braune Augen sind gefährlich, aber in der Liebe ehrlich. Blaue Augen Himmelsstern, küssen und poussieren gern. Grüne Augen Froschnatur, von der Liebe keine Spur." Lustig. Augen – das Standardkompliment, dass einer Frau gegeben wird ist das Augenkompliment. Und weil es ja keine häßlichen Augen gibt, kann man da auch keinen Fehler machen.

Als Jesus den blinden Mann geheilt hatte, da konnte er in Augen voller Dankbarkeit schauen. Als er Petrus in die Augen sah, da konnte er Niedergeschlagenheit und Schuld sehen. Als Judas ihn küsste, da konnte er im Schein der vielen Fackeln Niedertracht und Verrat sehen. Als er mit den Kindern spielte und sie segnete, da konnte er Freude und Ausgelassenheit sehen. Als er Marta und Maria in die Augen sah, da konnte er Vorwürfe und Unverständnis sehen. Als er der Samariterin an dem Brunnen sehen, da konnte er Neugierde sehen. Als er in die Augen der Jünger im Sturm sah, da konnte er Angst sehen. Als er seiner Mutter in die Augen sah, als sie am Kreuz seine Füße berührte, da konnte er Traurigkeit sehen.

Unsere Augen können alles. Sie können jeden Zustand beschreiben – egal wie viel Talent ich habe. Sie haben das Talent, uns zu verraten und uns zu offenbaren. Sie können um Hilfe bitten und sie können Liebe geben. Und was auch immer du kannst oder nicht kannst, ob du vor vielen sprechen kannst, oder nicht, ob du mutig bist oder nicht, ob du was versteckst oder nicht, ob du es formulieren kannst oder nicht – deine Augend sprechen für dich. Du musst nicht mal den Mund aufmachen.

Und dann sieht Er uns an. His eye is on the sparrow (Spatz),und man fragt sich why should I be discouraged (entmutigt), denn "Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an." (1.Samuel 16,7) Alles klar?

Donnerstag, Mai 21, 2009

Verpasste Gelegenheiten


Ich bin neulich Nacht von Frankfurt nach München gefahren. Die Autobahn war absolut leer. Das Wetter war gut. Der Motor geölt. Das Autoradio und ich. Irgendwann ist man müde und der Körper schaltet auf Standbymodus – er funktionert, aber die Gedanken sind irgendwo weit weg. Und dann kam es. Ein ganz besonderes Lied wurde im Radio gespielt. Es war eins der Lieder, dass alle Sinne ansprach. Die Stimme, der Rythmus, die Melodie, der Beat, der Groove, der Text – alles stimmte. Gegen Ende des Liedes hofft man dann, dass der Moderator den Titel und die Interpretin nennt – denn sie war mir völlig unbekannt – und er tat es.

Den Namen hatte ich bis dahin noch nie gehört aber ich nahm mir fest vor, mir diesen zu merken – das Album kaufen. Aber vor allem den Namen „merken“. Da ich 1/5 1000 fuhr und es mir unmöglich war, den Namen aufzuschreiben, nahm ich mir vor, ihn mir zu merken.

Es ist aber jetzt so, dass ich seit Tagen nach diesem Namen suche und kann mich nicht erinnern - ich habs vergessen. Ich habe im Internet alle Chartlisten durchgesucht, aber er war nicht da. Ich habe recherchiert, aber ich kann ihn nicht finden.
Ich weiß aber, wenn ich ihn hören würde, wenn ich ihn irgendwo sehen würde, dann wäre alles wieder sofort da. Aber mein Eindruck ist irgendwie der, dass ich die Gelegeheit verpasst habe. Und obwohl der Song irgendwie nachklingt, ich kann ihn nicht nachsingen. Ich weiß, dass er super war, aber ich höre ihn nicht mehr.

Verpasste Gelegenheiten sind so seltsam. Sie tun nicht direkt weh aber sie sorgen dafür, dass man sich für eine Zeit zumindes unkomplett fühlt. Man weiß, man wäre jetzt reicher, glücklicher, zufriedener und ruhiger- wenn man die Gelegenheit nicht ausgelassen hätte.

König David ist der König der verpassten Gelegenheiten. Als sein Sohn Absalom seinen Halbbruder Amnon tötet, weil dieser seine Schwester Tamar geschändet hatte, da hat er kein Wahl und schickt ihn weg – Exil. Als er nach Jahren wieder zurückkommt, verpassen sie sich wieder jahrelang (!) in einer kleinen Stadt wie Jerusalem. Als Absalom aufbegehrt und einen Putsch wagt, geht David weg. Als es zum letzten Kampf kommt bleibt David im Palast. Als er die Nachricht von dem Tod seines Sohnes bekommt, weiß er, dass es keine Gelegenheiten mehr geben wird. Ein für alle mal. (2.Samuel 13-18)

Und dann kann er nur noch sagen: „Mein Sohn Absalom, mein Sohn Absalom, Wollte Gott ich wäre für dich gestorben! O Absalom, mein Sohn, mein Sohn!“ (19,1)

Ich werde den Song wahrscheinlich nie wieder hören, es sei denn, er begegnet mir zufällig. Aber ich würde ihn so gerne wieder hören. Ich weiß, dass ich beim nächsten mal keine Gelegenheit mehr verpassen werde. Ich werde ihn mir aufschreiben.

Donnerstag, Mai 14, 2009

Ralph Waldo Emerson


Ralph Waldo Emerson war einer der bekanntesten amerikanischen Schriftsteller des 19 Jahrhunderts. Es ist nicht überliefert, ob er ein gestörtes Verhältnis z useinen Eltern hatte, weil sie ihm den Mittelnamen Waldo gegeben haben. Natürlich im Schatten der Hemingways, Poes, Twains und Allens des Amerikas von damals - brachte er einige der schönsten Zitate hervor - die heute noch Bedeutung haben -für mich zumindest. Ich geb euch mal meine Favoriten:

1
Was wir am nötigsten brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu tun, das wir können.
2.
Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.
3.
Aus den Trümmern unserer Verzweiflung bauen wir unseren Charakter.
4.
Aus dem Bewusstsein, gut angezogen zu sein, empfängt eine Frau mehr innere Ruhe als aus religiösen Überzeugungen.
5.
Blumen sind das Lächeln der Erde und Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind.

Und am Ende

Versuche niemals jemanden so zu machen, wie du selbst bist. Du solltest wissen, dass einer von deiner Sorte genug ist.

Have a nice day

Mittwoch, Mai 13, 2009

Sind wir nicht alle ein wenig Judas?


Diese Frage zu stellen ist verlockend, obwohl bei näherem Hinsehen doch ein wenig blöd. Natürlich sind wir nicht alle ein wenig Judas. Denn Judas ist wirklich einer dieser Menschen, „die besser nie geboren worden wären!“ (Markus 14:21) Es gibt sie diese Menschen. Von der dunklen Seite der Macht so eingenommen, dass Jesus nicht annähernd an sie herankommen kann – egal was er tut oder macht. Manchmal ist auch Gott machtlos. Manchmal machen wir ihn machtlos.

Johannes z.B. war auch ein Jünger, wie Judas. Sie sind beide jung. Kaum Mitte zwanzig. Sie erleben die aufregendsten Jahre ihres Lebens zusammen. Sie sehen Jesus auf dem Wasser laufen. Sie sehen ihn den Sturm stillen. Sie sehen, wie Lazarus aufersteht. Sie sehen, wie Gott in Jesus wirkt. Und trotzdem nehmen sie so grundverschiedene Wege. Als Johannes älter wird und das Johannesevangelium schreibt, da erwähnt er, dass sich Judas gerne aus der Kasse bedient hatte, die für die Armen und ihre Belange gedacht war. (Johannes 12:6)

Judas ist gierig und er will, dass Jesus die Römer vertreibt. Er will ein Königreich Juda. Er will Macht haben und er will es jetzt. Er verrät den Sohn Gottes. Er verkauft ihn für den Preis eines Sklaven, für 30 Silberstücke. Er küsst ihn in Gethsemane. Kein Mensch wird jemals wieder seinen Sohn den Namen Judas geben, obwohl der Name die wunderbare Bedeutung „Gott führt!“ hat.

Sind wir nicht alle ein wenig Judas? Natürlich nicht, aber besteht auch bei uns zumindest nicht die Möglichkeit, mit Jesus zu gehen aber trotzdem nicht mit ihm zu leben? Judas ist das Paradebeispiel für verpasste Gelegenheiten. Permanent bekommt er die Gelegenheiten, sich zu outen – zu bekennen. Aber er lässt eine nach der anderen verstreichen – sogar dann, als Jesus ihm die Füße wäscht und vor allen sagt, dass es einen gibt, der ihn verraten wird.

Tief in Judas steckt die Enttäuschung, weil seinen Vorstellungen nicht entsprochen wird.Aus Enttäuschung wird Bitterkeit. Aus Bitterkeit Verrat. Der Text aus dem Johannesevangelium (Kapitel 13,12-30) ist eine der dramatischsten Szenen in der ganzen Bibel. Jesus gibt Judas zu verstehen, dass er es weiß. Die Spannung steigt ins unermessliche. Judas hat sich endgültig entschieden – er wird seinen Schöpfer und Erlöser verraten. „Was du tust, das tue schnell!“ Jesus will Satan nicht beim ersten Abendmahl dabei haben. Und Judas geht. Diesen Abschnitt schließt die Bibel mit dem Satz: „Und es war Nacht!“ ab. Und wie es Nacht war. Und wie es in Judas Nacht gewesen sein muss.

Wenn der Mensch sich entschließt, nicht mehr Kind des Lichts zu sein und wegen verschiedener Umstände sich dazu entschließt, Gott zu verlassen – dann wird es Nacht. Und offensichtlich ist es nicht so, dass das zusammen Gehen mit Jesus automatisch auch ein zusammen Leben mit Jesus bedeutet. Bei Judas war es zumindest so.

Denn ihr wart früher Finsternis; nun seid ihr aber Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts.(Epheser 5,8)

Freitag, Mai 08, 2009

I ll be there



Es war wirklich eine andere Zeit. Die Neunziger. Eine schöne Zeit. Die Leute entspannter, die Sonne milder, der Regen wärmer – lang lebe die Nostalgie (siehe unten) Als Mariah Carey bei MTV Unplugged auftrat, da war ich schon stolze 14 Jahre alt. Schon fast erwachsen. Süchtig nach Unabhängigkeit. Viele von euch waren damals noch klein, noch kleiner, und wer hätte damals gedacht, dass sich die Welt so sehr verändern würde. Wer hätte damals im Wunderland erwartet, dass das Leben Momente bereithält – wenn ihr groß seid - die euch in den Abgrund ziehen, oder euch in den Himmel katapultieren würden. Und unabhägig davon ob du blond oder schwarzhaarig bist – ob du bei Prüfungen durchfällst oder nicht – ob Fisch oder Löwe – das Leben geht und geht und geht…und du rennst mit, drehst dich um und bist 40. Oder 31. Wer hätte gedacht, dass es ein größeres Problem als die Wahl der Wassereissorte gibt? Aber es gab sie dann doch. Und nicht zu wenige. Aber das ist wohl der Preis, den wir fürs Großwerden bezahlen, für den Führerschein, für die Unabhängigeit, die wir wollen und brauchen. Verantwortung und Unabhängigkeit.

Aber manchmal wollen wir uns abhängig machen – weil uns Kontrolle anstrengt. Andere kontrollieren, sich selbst kontrollieren, stark sein, niemanden belästigen, keine Schwäche zeigen, alles alleine auf die Reihe bekommen – aber es gibt nicht viele, die das gut und lange können. Nur die stärksten unter uns können das – eine Zeit lang. Weil es nämlich ist so: Wir wollen unsere Seele entblößen und sie jemandem in die Hand geben, wohlwissend, dass er sie zerstören könnte, wann er will und wie er will. Wir wollen uns entspannen und uns fallen lassen. Und genau das ist die Farbe der Liebe und des Vertrauens – totaler Kontrollverlust und trotzdem Glück. Und es geht – wirklich. Wenn man jemanden hat, der einen nie im Stich lassen wird. Der nie gehen wird. Der immer da sein wird.

Und dann kommt Mariah. Unsere Mariah. Hat es denn je eine bessere gegeben? Und dann singt sie 1992 „I ll be there“ und Trey Lorenz (wenn ich ein Mädchen wär – dann wäre ich definitiv in seine Stimme verliebt!) macht aus dem Lied das, was es eigentlich ist – ein Bekenntnis. Wie gesagt, viele von euch waren damals noch klein und kennen das Lied vielleicht nicht, weil sie mit der nackten Britney oder dem angeschossenen 50 (Fifty) aufgewachsen sind – aber das Lied (danke nochmal an den Linkverschicker) war damals der PrivatPartyWohnzimmerBluesTanzWillstDuMitMirGehenRenner und viel dumme jugendliche Liebe wurde mit dem Lied gegeben und genommen. Dramatische (Liebes)Geschichten durchlebten Teens auch damals – auch wenn man später nur darüber lachen konnte.

Aber eins hatte dieser Moment – den unerschütterlichen Glauben, dass es nie vorbei sein wird, dass es für immer sein wird, dass es immer besser sein wird, dass man für immer vertrauen würde. Und lange bevor Bruder Obama Yes We Can rief, da gab uns Mariah das Gefühl, dass es eine Zukunft geben wird – mit jemandem für immer – weil es jemanden geben wird der immer „there“ sein würde.

Und immer wenn ich dieses Lied höre kommen diese Assoziationen. Wenn Mariah singt, dann träume ich von einem unbeschwerten Sommer. Von einer angstfreien Kindheit. Von Fussball auf dem eingezäunten Fussballplatz. Von Wassereis. Von Michael Jacksons BAD Album. Vom Roten Stern aus Belgrad, wie er die Champions League gewinnt. Von den ersten Malen in so vielen Dingen. Von Zuversicht.

Ich wünschte, du könntest es nachfühlen.

„Denn ich bin gewiß, daß es weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, wegder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus is – unserem Herrn.“ Römer 8

I ll be there.

Montag, Mai 04, 2009

Der Berg



Am 03.05 machten wir uns auf den Weg. 17 junge Leute und ich. Das Ziel war das berühmte Schloß Neuschwanstein, eins der bekanntesten Wahrzeichen der deutschen Kultur. Der Ausblick war wie immer unbezahlbar, auch wenn das halbe Schloß restauriert wurde und mit Gerüsten entstellt da lag.
Der anschließende Aufstieg auf den Tegelberg barg viele Überraschungen. Die schnellen und ehrgeizigen sahen in dem Berg einen Feind, denn es zu bezwingen galt. Je schneller, desto besser. Die nicht so schnellen sahen in dem Berg eine guten Freund, mit dem sie gehen wollten. Die langsamen sahen in dem Berg eine Prüfung, die sie jedoch dann alle am Ende erfolgreich bestanden.
Und dann kam der Schnee. Im Mai. Wir, teilweise in kurzen Hosen, mit Sportschuhen und ahnungsloser Vorfreude ausgestattet hatten 2/3 des Weges mit Mühen hinter uns gebracht, als der Schnee uns auf dem schmalen Weg begrüßte und uns von dem Moment an bis zum Gipfel treu bleiben sollte. Jeder Schritt war entscheidend und jeder zweite eine Lotterie. Aber wir kamen höher und höher und immer höher. Keiner blieb zurück.

Erschöpft, mit ein wenig Stolz in der Brust und glücklich kamen wir zu dem Top of the mountain. Und wer nach so einer Tour auf den berühmten Kaiserschmarn mit Apfelmus verzichtet - der ist selbst schuld.

Die Gondel bzw. Bergbahn nahm uns wie ein alter Freund auf und trug uns bis zu der Stelle, an der wir unser Abenteuer begonnen hatten. Einige Auserwählte jedoch wollten den Berg nicht nur besiegen, sondern ihn noch demütigen. Sie gingen den selben Weg wieder zurück - unsere Bewunderung und guten Wünsche im Gepäck.

Der eine oder andere wäre wahrscheinlich nochmal aufgestiegen. Der andere lief um sein Leben, flog, und kam an. Die eine oder andere ziegte, was Stolz und gegebene Versprechen für Kräfte freimachen können. Der einen oder andere fragte sich auf dem Weg, was zum Geier er dort tut...

Am Ende waren wir wieder alle zusammen. Im Tal. Kein Schnee. Kein Berg mehr. Nur noch müde Knochen, kalte Füße und ein Lächeln im Gesicht.

Mittwoch, April 29, 2009

Link2Life





Ich habe gerade alte Bilder von Link2Life angesehen und um Rückblick wird mir bewusst, was für ein riesiges Unternehmen diese Jugendevangelisation gewesen ist. Gott war mit uns und hat uns gesegnet. Wie viele Worte wurden gesprochen und wie viele Gebete gebetet, wie viel Menschen wurden erreicht? Unglaublich.

Neulich sagte mir jemand, dass er zu dem Adventistischen Jugendkongress in München nicht hinkommen will, weil er Angst hätte, es könnte so werden wie Link2Life. Angst.Gefahr.Sorge. Wer hat uns diesen Virus bloß auf die Festplatte geschleust? Jesus war es mit sicherheit nicht. Wenn jemand Angst bekommt, es könnte so werden wie Link2Life, dann stellt sich bei mir nach einer Phase der Traurigkeit, ein wenig Entsetzen und dann am Ende Fassungslosigkeit ein. Ein Anflug von Wut ist dann manchmal auch dabei, insbesondere dann, wenn ich an die vielen Gesichter hinter der Kamera denke, die nur von einer Sache getrieben, so vieles geleistet haben. Getrieben von der Liebe zu Jesus.

Und dann kommen manchmal Grauhaarige, manchmal Verpickelte und ziehen ihre Richterrobe an, vereint in ihrem heiligen Zorn, um das vernichtende Urteil zu sprechen: Gottlos! Eine andere Alternative gibt es nämlich nicht. Entweder Gott hat es gesegnet oder er hat es nicht gesegnet. Entweder er war der Schirmherr oder er war es nicht. Und jetzt will ich den sehen, der mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass er es nicht war.
Wer ist es, der den verleumderischen und urteilenden Geist in uns pflanzt, so dass wir uns dazu hinreißen lassen, einem anderen das wertvollste Abzusprechen, was er hat: seine Liebe zu Jesus? Wer ist es, der uns so kalt und gefühllos reden lässt? Wer ist es, der uns blind macht, für den Bruder an unserer Seite? Jesus ist es ganz sicher nicht.
Ist es ein Liedtext, ist es ein Instrument, ist es ein anderer Mensch, ist es ein Wort, dass es Wert wäre, dass ich mich dermaßen schuldig mache? Ich frage mich, ob je die Zeit kommen wird, wo wir verstehen werden, dass unsere persönlichen Frömmigkeitsverständnisse NICHT der Maßstab sein können, für das, was Gott gefällt und was ihm vor allem nicht gefällt? Wird jemals die Zeit kommen, in der wir die kleingeistige Arroganz ablegen werden und aufhören werden, uns als Anwälte Gottes aufzublasen - und stattdessen in Demut dem anderen begegnen werden? Wann werden wir aufhören, Menschen zu glauben, die bis jetzt nur Zwietracht in unsere Herzen gesäht haben? Wann?

Und so kämpfe ich machmal den einsamen Kampf um Einheit - auch dann wenn mir Brüder sagen, dass Einheit nicht gut ist. Und dann bete ich um Harmonie - auch wenn mir Brüder sagen, dass wir schon lange nicht mehr Brüder sind. Und dann frage ich Gott, wann er dem ein Ende setzen wird - und alles was ich als Antwort bekommen ist ein neuer Morgen nach jeder Nacht - und dieser spricht laut und lässt mich eins wissen: Es wird nicht immer so sein.

Was will ich mehr?

Ich will mehr, immer dann wenn ich an die Gesichter hinter der Kamera denken, die das Kabel getragen haben, das MakeUp vorbereitet haben, das Essen gekocht haben, den Ton gesteuert haben, die Kamera gehalten haben - und die sich jetzt entschuldigen müssen, dass sie es gewagt haben, der Welt von Jesus zu erzählen?

Und sie müssen sich nicht vor den Obrigkeiten dieser Welt rechtfertigen - nein, sie müssen sich vor Menschen rechtfertigen, die es in ihrer Blindheit gewagt haben, sich an die Stelle Gottes zu setzen - mit dem festen Glauben an die Unmöglichkeit, dass ihr HauptUrteilsInstrument - ihr Gewissen - in irgend einer Weise krank oder fehlgeleitet sein könnte.

Es wird die Zeit kommen und dann wird uns Jesus fragen ob wir je davon gelesen haben, dass die Liebe unter uns, das entscheidende Merkmal war, dass und als seine Jünger identifizierte? Er wird uns fragen, ob wir überhaupt gemerkt haben,welch einen liebevollen und grandiosen Charakter er hatte? Er wird uns fragen, was wir an dem Wort Vergebung nicht verstanden haben. Er wird uns fragen, ob sein Tod am Kreuz nicht ausgereicht hat, die Angst aus unseren Herzen zu vertreiben?

Was soll ich ihm da nur antworten?

Panik


Panik nervt. Insbesondere dann, wenn sie nicht angebracht ist und anscheinend nur dazu dient, um die Auflage von Zeitung in die Höhe schießen zu lassen. Die Schweinegrippe ist auf dem Vormarsch und die ersten denken darüber nach, sich einen Mundschutz zu kaufen. Der Mundschutz dient dazu, den anderen nicht anzustecken und nicht dazu, um sich vor Ansteckung zu schützen. Pro Jahr sterben ca. 15000 Menschen an den Folgen der ganz normalen Grippe – keinen schert es auch nur eine Sekunde lang. Aber wenn die Schweinegrippe aus Mexiko kommt, dann ticken alle aus. Angst, Panik, Düsterheit, Probleme. Unser täglich Brot und doch so weit weg von dem, was Jesus für uns in dieser Welt vorgesehen hat. Wir suhlen uns im Sensationalismus und schrecklichen Szenarien, dabei ist Jesus so klar, so glasklar, als er sich von dieser Welt verabschiedet:
„Und auch ihr habt nun Traurigkeit, aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen…In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16)

Die Finanzkrise wird gehen, die Schweinegrippe wird gehen, die Talfahrt von Bayern München wird enden und deine Krise wird enden – die Zusagen von Jesus werden bleiben.

Sonntag, April 12, 2009

Djordje Balasevic Poetry














Sie werden dir vielleicht einmal erzählen
Wie ich sonst was war
Mein Küken, mein kleines Entlein
Grübeln werden die Badavanen
wenn ich nicht da bin, um mich zu wehren
wär ich nah, lassen würden sie es

Sonstwas werden sie dir einmal erzählen
Den Besseren verzeiht man schwerer

Mein Küken, mein kleines Entlein
Und all die Mäuse in den Flaschen
werden sich als Zeugen sehen
einer abenteuerlichen Suche nach dem Gral


Aber du ahns woher die Falten sind

Die Splitter im Auge

Stürmisch ist es dort oben
wo nicht viele von uns angekommen sind
Ich weiß, dass du von dem Kerzenmeer träumst
Und von Schritten auf diesem Dock
In meinem Auge warst du schon dort


Erzählen werden sie dir, sonstige
Bosheit funkelt wie ein Rubin
wie der Schall meines Lachens klang
und sie werden auf Annahmen schwören
pickend wie Krähen
meine schlecht nacherzählten Worte


Vom Kreuz habe ich die Menschen gezählt
Regeln und Ausnahmen
Überall eine verfehlte Art
Nur die Seltenen finden die Seltenen
Ich weiß, dass du von der Auferstehung träumst
Eine scheue Siluette
Du warst schon dort in meinem Hauch


Von Wasserreisen werden sie dir erzählen
die das Segel nicht gehisst
Was bin ich für sie, bis auf eine verfluchte Sajka
Behaupten werden sie mit sonderbarem Glanz
Dass ich vor dem Drachen bebte
aus der Ferne haben sie es gesehen


Ich weiß nicht, lieber Gott
ob ich zittern

Oder eifern soll
Die Last der Besonderheit
auch auf dich zu kreuzen
wenn schon nicht zu spät

Weil ich weiß, dass du Reime träumst
Schreie und stumme Stille
Du warst überall
In meinem Alles
Mein Küken, mein kleines Entlein
Mein kleiner Löwe

Freitag, April 10, 2009

Früher alles besser?


Wikipedia sagt: Nostalgie: heute versteht man unter Nostalgie eine wehmütige Hinwendung zu vergangenen Zeiten, die in der Erinnerung oftmals stark idealisiert und verklärt reflektiert werden. Dabei kann es sich sowohl um frühere Epochen als auch um ganz individuelle Lebensabschnitte handeln. Nostalgie äußert sich in einem Hinterhertrauern der guten alten Zeit, in der angeblich alles viel schöner und besser war als in der Gegenwart.








Früher haben nur Mädchen Ohrringe getragen.

Früher gab es nicht in jeder Soap ein schwules Pärchen.
Früher kostet Diesel 30 Pfennig.
Früher kostete die Monatskarte 30 Mark.
Früher aß man Flutschfinger, nachdem man 4 Stunden Fussball im Park gespielt hatt.
Früher durfte man auf der Wiese vor dem Reichstag grillen.

Früher tanzte man Blues (kaum Bewegung eng umschlungen)
Früher hatte Hip Hop eine Botschaft.
Früher spielte man draußen.
Früher waren Kinder weniger fett.
Früher gabs Schläge von den Eltern.
Früher war der Papst noch der Papst und 1844 noch 1844.
Früher hatte man weniger Angst, obwohl Raketen auf uns zielten.
Früher spielten Stoichkov und Romario.
Früher gabs Nachmittagsgottesdienste.
Früher trank man Fassbrause.
Früher gab es Straßengangs.
Früher brauchte man ein Visum.
Früher war telefonieren teuer.
Früher liebte man dramatischer.
Früher riskierte man mehr.
Früher parkte man falsch.
Früher badete man in Flüssen.

Donnerstag, April 09, 2009

Zweifel


Als Johannes der Täufer Jesus tauft, wird er Zeuge eines ganz besonderen Momentes. Er hört die Stimme Gottes! Er SIEHT den Heiligen Geist. Er hat den Messias, den Erlöser getauft. Jeder, der schon mal jemanden getauft hat, weiß, welch erhabenes und fundamentales Gefühl das sein kann. Johannes tauft den Sohn Gottes.


Johannes ist jetzt im Gefängnis und er schickt Boten mit einer einzigen Frage zu Jesus: „Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Johannes? Was ist los, Meister? Zweifel? Was hat er erwartet? Angenommen Jesus wäre nicht der Messias, würde er ihm eine Antwort schicken und ihm sagen: „Ich bins nicht, warte auf einen anderen?“


Der rauhe, Kamelhaarmantel tragenede, Heuschreckenessende und TUT BUSSE schreiende Johannes ist Vergangenheit. Der „Bist du es wirklich, Jesus?“ – Johannes ist jetzt verunsichert. Es ist halt so. Unser Leben führt uns an Stellen, in denen wir uns fragen, ob das alles wirklich wahr ist? Was wenn alles am Ende nur ein großer Traum war? Was, wenn es keinen Himmel gibt? Was, wenn Jesus nicht Jesus ist und was wenn wir umsonst warten?


Johannes der Täufer, der Cousin, Vetter – auf jeden Fall Verwandte von Jesus selbst, von dem Jesus sogar sagt, dass es keinen größeren als ihn je gegeben hat (größer als David, Jesaja, Abraham usw.) – gerade er stellt die Frage aller Fragen: „Bist du es wirklich?“

Johannes wird sterben. Er will sich sicher sein. Er will keinem Geist nachfolgen und schon garnicht einer Idee, die andere erfunden haben. Er will sicher sein.


Und Jesus antwortet. Er richtet ihm aus, dass Blinde sehen, dass Lahme gehen und das Kranke gesund werden. Und er zitiert einen alten Propheten, der das schon ein halbes Jahrtausend vorher gesehen und aufgeschrieben hat. Jesus zitiert und Jesus erfüllt die Prophezeiungen, die schon so lange auf ihn hingewiesen haben. Es muss stimmen.


Jesus zitiert ziemlich oft – als würde die Frage „Bist du es wirklich?“ auch in seinem Kopf auftauchen. Als müsste die Unruhe dieser Frage immer wieder mit einem Blick in die Schrift gelegt werden. Wurde Jesus in allem versucht? Sicherlich. Er hatte Angst. Er freute sich. Er weinte. Er schrie. Er argumentierte. Er lief über das Wasser. Er predigte. Er heilte Menschen. Er umarmte sie. Er wußte nicht, ober sienen Vater je wieder sehen wird. Er schlief und er frühstückte. Fisch und Brot am Feuer.


Hatte er Zweifel? Ich weiß es nicht – aber mit der Bürde zu leben, Sohn Gottes zu sein, der die Welt geschaffen hat und der die Sünde der Menschheit auf sich nehmen soll – wenn da mal keine Zweifel aufkommen.


Jesus antwortet Johannes, vielleicht auch sich selbst, ganz sicher aber auch uns. Ich bin der, auf den du gewartet hast. Nach mir wird niemand mehr kommen. Ich bin es – wirklich.


Mittwoch, April 08, 2009

Subjektive Liebe



Das überwältigende an Liebe ist das Subjektive. Das Subjektive setzt sich über Grenzen hinweg. Die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit, die Grenzen der finanziellen Mittel, die Grenzen der allmächtigen Bedürfnisse, jemandem zu gefallen oder etwas zu sein.

Auch wenn alle objektiven Massstäbe bezeugen, dass deine Liebe nicht größer ist, als die Liebe vieler anderer zu vielen anderen – doch ist es deine subjektive Liebe, die die größte von allen ist.


Keiner liebt so wie du. Keiner ist so toll, wie diejenigen, die du liebst. Keiner kann das, was die können, die du liebst – subjektiv. Du hast sie erfunden, die Liebe – alle anderen versuchen es, aber keiner fühlt so wie du.


Und dann ist sie da. Die grenzenlose Intensität. Stärke, Güte, Sehnsucht und Zärtlichkeit. Der Stoff aus dem Dramen und Märchen gemacht sind, alles scheint in deinem Herzen vorhanden zu sein – weil nur du so lieben kannst – subjektiv. Wenn alle blind sind, dann bist du es, der sieht. Wenn alle taub sind, bist du es, der hört. Und dann hörst du das, was du hören willst – ganz subjektiv.


Liebe ist wie das Wasser, dass in deinen Händen zerrint und zurück möchte – in das große Meer. Keine Grenze kann es fassen, das Meer. Es ist das Meer, dass UNS die Grenzen setzt und uns erlaubt zu leben. Es ist die Liebe, die es uns erlaubt zu leben. Ohne Liebe wäre wir alle tot. Und nur du erlebst sie in dieser speziellen Art. Nur bei dir schmeckt sie so. Subjektiv.


Jesus liebt uns subjektiv.

Silence

Vor 2600 Jahren sagte der chinesische Philosoph Lau Tse einen weisen Satz: "Die größte Offenbarung ist die Stille"
Die Stille, ein Luxusprodukt in unserer Gesellschaft, und doch ein ganz besonderer Weg zu Gott. Habakuk sagte: "Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt!" Hab.2,20
In einer Zeit, in der der Kopfhörer ein integrierters Körperteil geworden ist - eine komplizierte Vorstellung und doch gleichzeitig etwas Equisites. Stille irritiert manchmal. Stille beängstigt manchmal (im Keller z.B.). Stille ermöglicht es, seinen Geist zu erheben.
In der Offenbarung 8,1 beschreibt wie Jesus das Siebente Siegel auftut, wobei "...eine Stille im Himmel etwas eine halbe Stunde lang war..." In einem Himmel, der sich freut, der lebt, der arbeitet, der Welten beherberg und uns beisteht - absolute Stille. Manche sagen, dass die Stille deshalb da sein wird, weil alle auf dem Weg sein werden, uns zu empfangen (Matthäaus 25,31). Und dann wird etwas Neues, etwas Gutes beginnen.

Montag, November 26, 2007

Shortstory

Es war wieder Sabbat. Er erinnerte sich nicht, wann er gestern Nacht nach Hause kam, aber es muss spät gewesen sein, oder früh, am nächsten Tag, jedenfalls zeigte sich das Licht der Sonne irgendwo weit weg und kündigte den neuen Tag an. Es war wieder eine dieser Nächte, wie er sie schon zu viele Male erlebt hatte. Aus irgendeinem Grund erinnerte er sich an die vielen lauten Vögel, die ihm vor einigen Stunden ein Willkommenskonzert in den Baumkronen vor seinem Haus veranstaltet hatten.

Jetzt lag er regungslos im Bett und hörte in der Wohnung die ihm wohl bekannten Geräusche eines Samstag Morgens. Seit dem er sich erinnern konnte, hatte es seine Familie an diesem besonderen Morgen immer eilig, da man nicht zu spät in der Kirche ankommen wollte. Und trotzdem schaffte man es nur in den seltensten Fällen, pünktlich zu sein.

Er hörte die Teller in der Küche, das hastige Hin und Her von Zimmer zu Zimmer. Er hörte die schnelle Trippelschritte seines kleines Bruders, wie er in sein Zimmer rannte, um noch etwas zu holen. Eine CD seines Vater lief im Hintergrund, ein christlicher Mix, den er seinem Vater mal brennen musste. Er hoffte, dass er es nicht vergessen würde, die Musik auszumachen bevor sie das Haus verließen, sonst würde er aufstehen müssen, um es selbst zu tun.

Und dann kam die Stille. Ganz plötzlich. Er wusste, dass er allein war.

Seine Eltern hatten vor 2 Jahren aufgehört ihn zu bitten, mitzukommen. Es wäre eine Phase, so tröstete sich seine Mutter nun sein Jahren vergeblich, jedoch wusste er es besser – die „Phase“ würde bis an sein Lebensende gehen.

Die Kirche aus der er kam, in der er aufwuchs war eine große Kirche. Er wusste nicht genau wie viele Menschen dort jeden Sabbat zum Gottesdienst kamen, aber wenn er es mit den Veranstaltungen in der Aula seiner Schule verglich, dann waren das ähnliche Größenordungen. In einem Infoblatt seiner Schule las er einmal, dass sie über 250 Schüler zählte. Er erinnerte sich gerne an den großen Parkplatz vor der Kirche und die vielen Basketballturniere, die sein großer Bruder damals organisierte. Er saß als kleiner Junge bei den Auswechselbänken und reichte den Großen die Wasserflaschen. Sein Gedanken flogen über das Gemeindezentrum der Kirche und innerlich schaute er sich jeden Raum an und unwillkürlich stiegen in ihm Farben, Gerüche, Töne und Empfindungen auf, je nach Raum in dem er sich gerade befand.

Der kleine Kinderraum mit dem ulkigen Jesusbild an der Wand war dunkelbeige und sehr warm – viele tolle Geschichten hatte er da gehört. Einmal später, bei einem Weihnachtskonzert, er ging da schon recht unregelmäßig in die Kirche, zog er sich mit Franziska in diesen Raum zurück. Sie wollte unbedingt mit ihm reden.

Während er auf einem der kleinen Kinderstühle saß, lachte er über das Bild an der Wand. Der Maler verpasste Jesus Schuhe, die nach Ballerinas aussahen und der Löwe oder Tiger, er wusste es nicht mehr genau, war doppelt so groß, wie die Menschen, wobei ihm die eine Pfote viel größer vorkam, als die andere. Grundsätzlich waren die Proportionen bei diesem Bild seltsam und er bemerkte, dass ihn all das als Kind nie ins Auge gefallen war, geschweige denn, dass es ihn gestört hätte.

Er riss sich aus seiner imaginären Reise. Grundsätzlich vermied er es, sich lange Gedanken über seine persönliche Geschichte mit der Kirche zu machen. Anfangs glaubte er noch gute Gründe zu haben, warum er mit der Kirche und mit den Leuten dort am liebsten nichts zu tun haben wollte, aber jetzt?

Nicht nur, dass die Predigten das Highlight der langweiligsten Momente seiner Woche waren, er hasste die Lästerei und die Muffigkeit der Älteren um ihn herum. Einmal war er gezwungen ein Vier-Augen-Gespräch mit seinem Pastor zu führen, weil die Mutter eines Mädchens, mit der er manchmal zusammen war, fand, er wäre kein guter Umgang für sie. Er kam sich vor, wie das Letzte, wobei sie fast als Heilige dargestellt wurde. Dabei war sie gar nicht so unschuldig. Das wusste sie, das wusste er, und das wussten noch mindesten zwei anderen Typen, die er kannte. Aber ihre Mutter wusste es nicht und der Pastor auch nicht. Grundsätzlich wussten die älteren Leute aus der Kirche rein gar nichts über ihn. Sie wussten nicht wie er lebte, was er dachte und am wenigsten wie er fühlte und er war nicht bereit, es ihnen zu sagen.

to be continued...